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Meldungen (Feeds)

2020/01/08 Saarbrücken, Germany Keinen Krieg gegen Iran! Kundgebung

No to NATO - Τετ, 08/01/2020 - 14:22
Das FriedensNetzSaar ruft auf: Keinen Krieg gegen Iran! Verhandeln statt eskalieren! Atomwaffen weltweit ächten! Kundgebung am Mittwoch, 08.01.2020, 17 Uhr, St. Johanner Markt Saarbrücken Der Aufruf ist als PDF im Anhang. PM Keinen Krieg gegen Iran _20200106-1.pdf   LG Irene  https://www.attac-netzwerk.de/untere-saar/startseite/ … Continue reading →

2020/01/25 worldwideNo War With Iran!

No to NATO - Τρί, 07/01/2020 - 22:28
More information, list of events in USA and Canada and the possibility to endorse are here: https://www.codepink.org/global_peace_activist_kit … Continue reading →

2020/01/11 Berlin, GermanyKundgebung “Kein Krieg zwischen den USA und dem Iran” 11h

No to NATO - Τρί, 07/01/2020 - 21:47
Die IPPNW organisiert gemeinsam mit der DFG-VK, den NaturFreunden Deutschlands, pax christi, der Ev. Arbeitsgemeinschaft KDV und Frieden sowie dem Netzwerk Friedenskooperative am Samstag, 11. Januar 2020 um 11 Uhr eine Kundgebung “Kein Krieg zwischen den USA und dem Iran” am Brandenburger Tor, Berlin Nach dem Mord an dem iranischen Generalleutnant Soleimani besteht die unmittelbare Gefahr, dass der Konflikt zwischen den USA und dem Iran endgültig eskaliert. Beide Seiten drohen einander unverhohlen mit Angriffen. Ein Krieg zwischen beiden Staaten aber … Continue reading →

Unsere Vorsätze | Krieg gegen Iran und die Air Base Ramstein | Kein Aufruf zum Whistleblowing

No to NATO - Τρί, 07/01/2020 - 20:41
Newsletter 01-2020 der Kampagne Stopp Air Base Ramstein https://www.ramstein-kampagne.eu/newsletter-1_20/   … Continue reading →

USA und Nato üben mit Defender-Europe 20 einen Krieg mit Russland

No to NATO - Τρί, 07/01/2020 - 20:30
TELEPOLIS 10. Dezember 2019 Florian Rötzer Nächstes Jahr wird die Verlegung einer US-Division nach Europa mit der Drehscheibe Deutschland geprobt – die größte Militärübung seit 25 Jahren. Was die Bevölkerung bei einem Kriegsfall zu erwarten hat, wird lieber nicht thematisiert www.heise.de/tp/features/USA-und-Nato-ueben-mit-Defender-Europe-20-einen-Krieg-mit-Russland-4609360.html … Continue reading →

Kein Krieg zwischen den USA und dem Iran!

Lebenshaus-Newsletter - Τρί, 07/01/2020 - 17:22
Aufruf zur Kundgebung -  Machen Sie Ihre Position deutlich -  Bringen Sie Freunde und Bekannte mit - Verbreiten Sie diese... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Völkerrechtswidrige Ermordung ist zu verurteilen

Lebenshaus-Newsletter - Τρί, 07/01/2020 - 17:21
"Die Ermordung des iranischen Generals Soleimani, des irakischen Militärkommandeurs Abu Mahdi al Muhandis und weiterer iranischer und irakischer Militärs auf... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Defender 2020 – Interview mit Willi von Ooyen im nd

No to NATO - Τρί, 07/01/2020 - 16:22
Defender 2020 – NATO-Großmanöver zum Befreiungstag – Friedensbewegung kündigt Protest gegen Truppenaufmarsch zur Abschreckung Russlands an Interview mit Willi van Ooyen: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1129800.friedensbewegung-nato-grossmanoever-zum-befreiungstag.html … Continue reading →

2020/01/25 worldwideNo War on Iran!

No to NATO - Τρί, 07/01/2020 - 16:18
Endorse and List Actions for Global Day of Protest Saturday, January 25– No War on Iran! … U.S. aggression against Iran threatens to begin yet another disastrous, bloody war. The people of the world must fight back and demand: No war on Iran! On Saturday, January 25, actions across the world will oppose a new war in West Asia. Now is the time for all those opposed to war to speak up. Please join Click here to endorse the Global … Continue reading →

Bundeswehr aus Irak abziehen, US-Angriff verurteilen

IMI Tübingen - Τρί, 07/01/2020 - 15:29
Am 3. Januar 2020 wurden der iranische General Qasem Soleimani und der irakische Militärführer Jamal Jaafar al-Ibrahimi (Abu Mahdi al-Muhandis) durch eine Drohne im Irak auf Befehl des US-Präsidenten Trump getötet. Dadurch verschärfen sich die Spannungen in der Region weiter. (…)

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NATO-Kriterien: Versteckte Rüstungsausgaben

No to NATO - Τρί, 07/01/2020 - 13:23
TELEPOLIS 04. Dezember 2019 Jürgen Wagner Für die Bundesregierung ist es überaus attraktiv, immer mehr Posten in andere Haushalte zu verschieben, sie aber bei der NATO dennoch anzumelden Stolz verkündete die Bundesregierung pünktlich kurz vor den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Nato-Jubiläum, für das kommende Jahr seien dem Bündnis erstmals Militärausgaben von über 50 Milliarden Euro gemeldet worden. Der offizielle Haushalt soll laut Kabinettsbeschluss im Jahr 2020 allerdings “nur” 44,9 Milliarden Euro umfassen. Weiterlesen auf: www.heise.de/tp/features/NATO-Kriterien-Versteckte-Ruestungsausgaben-4603161.html … Continue reading →

Großes Schweigen zu Marokkos Kriegsverbrechen in Westsahara

Lebenshaus-Newsletter - Τρί, 07/01/2020 - 09:40
Die UNO darf die gravierenden Menschenrechtsverletzungen nicht einmal dokumentieren, kritisiert Menschenrechtlerin Aminatou Haidar. Von Urs P. Gasche.... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Die Kulturzerstörer

German Foreign Policy - Τρί, 07/01/2020 - 00:11

Kriegsverbrechen

Nach dem Mord an Qassem Soleimani und weiteren iranischen und irakischen Militärs droht US-Präsident Donald Trump mit weiteren Kriegsverbrechen. Bereits der Mord muss laut der Definition eines führenden deutschen Regierungsberaters als "Staatsterrorismus" eingestuft werden (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Trump hat nun eine seiner Twitter-Äußerungen ausdrücklich bekräftigt, in der er Iran die Zerstörung von Zielen androht, die "bedeutend" für "die iranische Kultur" seien. Die gezielte Zerstörung bedeutenden Kulturguts ist völkerrechtlich verboten, so etwa in der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten von 1954 und im Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen aus dem Jahr 1977. Am 24. März 2017 einigte sich der UN-Sicherheitsrat auf eine Resolution, in der er die "widerrechtliche Zerstörung des kulturellen Erbes", "insbesondere durch Terrorgruppen", entschieden verurteilt.[2] Wegen der absichtsvollen Zerstörung historischen Kulturguts hat im September 2016 der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) erstmals ein Urteil gefällt; ein Malier erhielt für die Zerstörung traditioneller Mausoleen in Timbuktu neun Jahre Haft.[3]

Berlin schweigt

Die Bundesregierung schweigt dazu. Klar Position bezieht sie hingegen zu Maßnahmen Irans. So erklärte etwa Außenminister Heiko Maas nach der Mitteilung der iranischen Regierung, man werde die Beschränkungen des Atomabkommens erst dann wieder in vollem Umfang akzeptieren, wenn alle anderen Vertragsparteien ihre Verpflichtungen einhielten: "Das, was Iran jetzt angekündigt hat, werden wir nicht einfach so achselzuckend hinnehmen können".[4] "Achselzuckend nimmt die Bundesregierung freilich nicht nur die Ankündigung des US-Präsidenten hin, im Falle eines iranischen Gegenschlags mit der Zerstörung iranischen Kulturguts mutwillig ein Kriegsverbrechen zu begehen. Schon den völkerrechtswidrigen Mord an Soleimani und an weiteren hochrangigen Militärs hatte Berlin nicht als Verbrechen klassifiziert. Kritik an Völkerrechtsbrüchen übt die Bundesregierung weiterhin nur im Kampf gegen gegnerische Staaten.

Mit Strafmaßnahmen bedroht

Weiterhin unklar ist die Zukunft des Bundeswehreinsatzes im Irak. Wie gestern ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte, kommt die Bundesregierung der Resolution des irakischen Parlaments vom Sonntag nicht nach, in der die Abgeordneten den Abzug aller ausländischen Truppen gefordert hatten. Man werde allenfalls eine "Entscheidung der irakischen Regierung" akzeptieren, teilte der Sprecher mit.[5] Allerdings arbeitet nicht nur Berlin, sondern auch Washington gegenwärtig darauf hin, eine solche Entscheidung zu unterbinden. Präsident Trump hat für den Fall, dass die Regierung in Bagdad sich der Parlamentsresolution anschließen und ebenfalls den Abzug der ausländischen Truppen fordern sollte, mit harten Strafmaßnahmen gedroht. "Wenn sie uns auffordern, das Land zu verlassen, dann werden wir ihnen Sanktionen auferlegen, die sie nie zuvor erlebt haben", erklärte der US-Präsident: "Das wird die Iran-Sanktionen recht zahm aussehen lassen."[6]

Sanktionen mit Todesfolge

Tatsächlich hat der Irak jahrelang Erfahrungen mit vom Westen initiierten Sanktionen gemacht, die noch härtere Folgen hatten als - jedenfalls bislang - das extraterritorial exekutierte und damit völkerrechtswidrige US-Embargo gegen Iran. Die Iran-Sanktionen haben die Wirtschaftsleistung des Landes bereits 2018 um 4,8 Prozent, 2019 um weitere 9,5 Prozent einbrechen lassen. Zugleich sind die Lebenshaltungskosten in Iran stark gestiegen; so waren beispielsweise Lebensmittel Ende Oktober 2019 im Durchschnitt um 61 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.[7] Zahlreiche Produkte können wegen der Sanktionen weder importiert noch in Iran hergestellt werden; Letzteres scheitert daran, dass notwendige Rohmaterialien im Land nicht vorhanden sind und gleichfalls nicht im Ausland gekauft werden können. Dies gilt nicht zuletzt für Medikamente. Wie eine aktuelle Studie der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch belegt, können selbst schwere Krankheiten oft nicht mehr angemessen behandelt werden; so fehlen Medikamente gegen Epilepsie, was die Erkrankten schweren Risiken aussetzt, und Mittel gegen Leukämie, was die Heilungschancen klar verringert.[8] Die Iran-Sanktionen kosten damit zahlreiche Menschenleben.

Eine halbe Million Kinder

Dies war auch bei den Sanktionen der Fall, die 1990 gegen den Irak verhängt wurden. Sie führten unter anderem dazu, dass der Kalorienverbrauch pro Kopf von rund 3.120 am Tag im Jahr 1989 auf 1.093 am Tag im Jahr 1995 einbrach. Hatten Ende der 1980er Jahre 97 Prozent der städtischen und 78 Prozent der ländlichen Bevölkerung Zugang zu kostenloser Gesundheitsversorgung, so musste wegen der Sanktionen der Gesundheitshaushalt auf weniger als zehn Prozent seines ehemaligen Betrags gekürzt werden; der Mangel an Medikamenten und an Ersatzteilen für medizinisches Gerät ließen das Gesundheitswesen kollabieren. Der Zusammenbruch der Trinkwasserversorgung ließ Krankheiten wie Cholera sich neu ausbreiten. Der Ruin der Tiermedizin bereitete der Verbreitung von Seuchen und einer ernsten Schädigung der Tierzucht den Weg.[9] Laut einer Untersuchung von UNICEF stieg die Kindersterblichkeit im Verlauf der 1990er Jahre auf mehr als das Doppelte an; die damalige UNICEF-Direktorin Carol Bellamy konstatierte 1999: "Hätte die erhebliche Abnahme der Kindersterblichkeit in den 80ern in den 90er Jahren angehalten, so wären insgesamt eine halbe Million weniger Todesfälle in den acht Jahren von 1991 bis 1998 bei Kindern unter fünf Jahren zu verzeichnen gewesen."[10] Befragt, ob die politische Wirkung der Sanktionen den Tod einer halben Million Kinder wert seien, erklärte die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright in einer TV-Sendung: "Wir denken, dass sie diesen Preis wert sind."[11]

Déjà vu

Die Sanktionsdrohung des US-Präsidenten trifft im Irak eine Bevölkerung, in der wohl die meisten, die älter als 25 Jahre sind, noch persönliche Erinnerungen an die Sanktionen und ihre mörderischen Folgen haben. Weithin vergessen sind sie dagegen dort, wo sie einst entworfen wurden: im Westen.

 

[1] "Asymmetrischer Krieg hat schon begonnen". tagesschau.de 03.01.2020. S. dazu Ein Mord und die Folgen.

[2] United Nations Security Council: S/RES/2347 (2017). un.org 24.03.2017.

[3] Jason Burke: ICC ruling for Timbuktu destruction "should be deterrent for others". theguardian.com 27.09.2016.

[4] Merkel trifft sich mit Putin. spiegel.de 06.01.2020.

[5] Bundeswehr bereitet sich auf Rückzug aus dem Irak vor. welt.de 06.02.2020.

[6] Maggie Haberman: Trump Threatens Iranian Cultural Sites, and Warns of Sanctions on Iraq. nytimes.com 05.01.2020.

[7] Six charts that show how hard US sanctions have hit Iran. bbc.co.uk 09.12.2019.

[8] Human Rights Watch: "Maximum Pressure". US Economic Sanctions Harm Iranians' Right to Health. hrw.org October 2019.

[9], [10] Joachim Guilliard: Humanitäre Hilferufe. Untersuchungsberichte von UN- und anderen Hilfsorganisationen über die Auswirkungen des Embargos. In: Rüdiger Göbel, Joachim Guilliard, Michael Schiffmann: Der Irak. Ein belagertes Land. Köln 2001. S. 190-196.

[11] Zitiert nach: Ramsey Clark: Feuer und Eis. Die Zerstörung des Irak durch Krieg und Sanktionen. In: Rüdiger Göbel, Joachim Guilliard, Michael Schiffmann: Der Irak. Ein belagertes Land. Köln 2001. S. 32-66.

Wie die "Mutter aller Bomben" Afghanistan verseucht hat

Lebenshaus-Newsletter - Δευ, 06/01/2020 - 05:08
Im April 2017 warf das US-Militär die sogenannte "Mutter aller Bomben" über Afghanistan ab. Die Auswirkungen dieser monströsen Waffe blieben... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Ein Mord und die Folgen

German Foreign Policy - Δευ, 06/01/2020 - 00:02

Völkerrechtswidrig, Staatsterrorismus

Offen kritisiert hat den US-Mord an dem iranischen General Qassem Soleimani, dem irakischen Militärkommandeur Abu Mahdi al Muhandis und weiteren iranischen und irakischen Militärs unter anderem Rolf Mützenich, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Mützenich hielt am gestrigen Sonntag fest, durch den Mord an hochrangigen Amtsträgern zweier fremder Staaten sei "das Völkerrecht ... verletzt" worden: "Die gezielte Tötung von Zivilisten oder staatlichen Repräsentanten, die nicht unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen oder von denen keine unmittelbare Gefahr für andere ausgeht, ist nicht rechtmäßig und stellt auch kein legitimes Mittel dar."[1] Deutlichere Worte hatte zuvor der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Volker Perthes, gefunden. Perthes zufolge hängt die Beurteilung des Mordes davon ab, ob sich Iran und die Vereinigten Staaten im Krieg miteinander befinden. Tatsächlich haben weder Washington noch Teheran der anderen Seite den Krieg erklärt. "Wenn es keinen Kriegszustand gibt", sagte Perthes schon am Freitag, dann könne man das, "was hier stattgefunden hat", "als Staatsterrorismus bezeichnen".[2]

Mord als "Handlungsweise"

Obwohl Mordaktionen wie die vom Donnerstagabend im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD scharf verurteilt werden - in dem Dokument heißt es: "Völkerrechtswidrige Tötungen lehnen wir kategorisch ab, auch durch Drohnen" -, liegt weiterhin keine Verurteilung des Verbrechens durch die Bundesregierung vor. Nach einer Telefonschaltkonferenz der Kanzlerin, der Minister für Inneres, für Äußeres und für Verteidigung sowie des Kanzleramtsministers hatte es am Samstag in einer ersten offiziellen Stellungnahme geheißen, die Regierung sei sich einig in der "Sorge um die Entwicklung der Lage im Irak".[3] Über den Mord, der als "Handlungsweise der Vereinigten Staaten" umschrieben wurde, hieß es lediglich, er sei "in der nationalen Verantwortung Washingtons" geschehen; Berlin wies damit jegliche Verantwortung der Anti-IS-Koalition, der die Bundesrepublik an der Seite der USA angehört und in deren Namen die US-Truppen offiziell im Irak operieren, zurück. Allerdings zeigte die Regierung Verständnis: Soleimani sei "nicht umsonst" auf die EU-Terrorliste gesetzt worden, hieß es in der Stellungnahme weiter. Berlins Positionierung ist auch deshalb von Interesse, weil sie einmal mehr bestätigt, dass das Völkerrecht für die Bundesregierung kein unumstößlich handlungsleitendes Prinzip, sondern ein bei Bedarf genutztes Instrument ist - vorwiegend zur Legitimation von Aggressionen gegen gegnerische Staaten.

"Gerade Europa"

Ansonsten laviert Berlin. Sein bisheriger Versuch, gemeinsam mit London und Paris den Atomdeal mit Teheran zu retten und darauf aufbauend eine eigenständige EU-Mittelostpolitik zu entwickeln, bleibt weiterhin wirkungslos und droht in der aktuellen Eskalation früher oder später endgültig zu scheitern. Gestern kündigte die iranische Regierung an, sie werde - in Reaktion auf den fortgesetzten Bruch des Abkommens durch die USA und de facto auch durch die Länder der EU - der Urananreicherung keine festen Grenzen mehr auferlegen, solange die anderen Unterzeichner den Vertrag nicht einhielten. Allerdings sei sie bereit, im Falle einer Aufhebung der US-Sanktionen die Beschränkungen wieder in vollem Umfang zu akzeptieren.[4] Ein Ende der Sanktionen freilich ist nicht einmal im Ansatz in Sicht. Außenminister Heiko Maas kündigte gestern an, Berlin werde "alle Hebel in Bewegung setzen, um einer weiteren Eskalation der Lage entgegenzuarbeiten".[5] "Gerade Europa" komme jetzt "eine wichtige Rolle zu": "Als Europäer haben wir zu allen Seiten bewährte und belastbare Gesprächskanäle", die es nun rasch zu nutzen gelte.[6] Damit setzt die Bundesregierung ihre bisher völlig erfolglosen Bemühungen um eine eigenständige Rolle im Mittleren Osten fort.

Raketen auf Camp Taji

Zur Debatte steht dabei mittlerweile der Einsatz der Bundeswehr im Irak. Die Bundesregierung ist mit allen Mitteln bemüht, ihn fortzusetzen, weil er ihr Einflussoptionen sichert. Am Samstagabend hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dementsprechend Forderungen nach dem Abzug der deutschen Soldaten zurückgewiesen, die in Camp Taji unweit Bagdad sowie im nordirakischen Erbil irakische Militärs ausbilden und zudem im Hauptquartier der Anti-IS-Koalition in Bagdad tätig sind. Begründet worden waren die Abzugsforderungen aus der Berliner Opposition vor allem damit, die Sicherheit der deutschen Soldaten sei nicht mehr gewährleistet. In der Tat waren bereits im Juni Raketen auf Camp Taji abgefeuert worden (german-foreign-policy.com berichtete [7]); dies droht nun erneut, da sowohl Iran als auch proiranische Milizen im gesamten Mittleren Osten Vergeltung für den Mord vom Donnerstagabend angekündigt haben. Kramp-Karrenbauer erklärte dagegen, die Bundeswehr solle im Irak verbleiben und dort weiterhin Beiträge zur "Stabilisierung" der Region leisten.[8]

Abzugsforderungen

Unklar ist allerdings, ob sich Berlin den immer lauter werdenden Abzugsforderungen aus dem Irak widersetzen kann. Am gestrigen Sonntag verabschiedete das irakische Parlament eine Resolution, in der es verlangt, die ausländischen Soldaten, die im Rahmen der US-geführten Anti-IS-Koalition im Irak stationiert sind, müssten das Land umgehend verlassen. Die Resolution hat keine bindende Wirkung, gilt aber als wichtiger Schritt, um den Druck auf die Regierung in Bagdad zu erhöhen und sie zur Einleitung der notwendigen Maßnahmen zu veranlassen. Offiziell sind die Truppen der Anti-IS-Koalition auf Einladung der irakischen Regierung in dem Land stationiert. Widerriefe diese die Einladung, könnten die ausländischen Truppen allenfalls als illegale Besatzer bleiben. Gestern teilte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums mit: "Deutsche Soldaten können nur dann im Irak bleiben, wenn die irakische Regierung sagt, dass sie das weiterhin will".[9] US-Außenminister Mike Pompeo hingegen erklärte gestern, Iraks Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi sei lediglich geschäftsführend im Amt und "enormen Drohungen der iranischen Führung" ausgesetzt - Hinweise, die geeignet sind, etwaige künftige Abzugsforderungen des irakischen Ministerpräsidenten vorab zu delegitimieren.[10] Damit gewinnt der Machtkampf um die Stationierung auch deutscher Soldaten im Irak an Schwung.

 

[1] Jan Drebes: "Das Völkerrecht wurde verletzt". Mützenich will Eskalation verhindern. rundschau-online.de 05.01.2020.

[2] "Asymmetrischer Krieg hat schon begonnen". tagesschau.de 03.01.2020.

[3] "Der Irak darf nicht im Chaos versinken". bundeswehr.de 04.01.2020.

[4] Parisa Hafezi: Iran says no limits on enrichment, stepping further from 2015 deal: TV. reuters.com 05.01.2020.

[5] Nach Tötung von Soleimani: Maas kündigt Gespräche mit Iran an. rnd.de 05.01.2020.

[6] Außenminister Maas zur Lage im Nahen Osten. Pressemitteilung des Auswärtigen Amts. Berlin. 05.01.2020.

[7] S. dazu Unter Beschuss.

[8] Bundesregierung hält an Irak-Einsatz fest. tagesschau.de 05.01.2020.

[9] Teheran verkündet "neue Phase der Widerstandsfront" im Nahen Osten. Frankfurter Allgemeine Zeitung 06.01.2020.

[10] Isabel Coles: Iraqi Parliament Votes in Favor of Expelling U.S. Troops. wsj.com 05.01.2020.

Defender Europe 20 | Preparing for War from German Soil

No to NATO - Κυρ, 05/01/2020 - 20:51
by Pat Elder, December 26, 2019 Red – Seaports receiving American supplies: Antwerp, Belgium; Vlissingen, Netherlands; Bremerhaven, Germany; and Paldiski, Estonia. Green X  –  Convoy Support centers in Garlstedt, Burg, and Oberlausitz Blue – Parachute exercises:  Headquarters: Ramstein, Germany; drops in Georgia, Poland, Lithuania, Latvia Black – Command Post  Grafenwoehr, Germany Blue Line – River Crossing   – 11,000 troops Drawsko Pomorskie, Poland Yellow X  –  Joint Support and Enabling Command, (JSEC), Ulm … Continue reading →

U.S. Assassination of Iran’s General Soleimani & History of Intervention in Iran

acTVism - Κυρ, 05/01/2020 - 14:39

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Der Beitrag U.S. Assassination of Iran’s General Soleimani & History of Intervention in Iran erschien zuerst auf acTVism Munich.

Franz Alt: Rauchzeichen aus Australien

Lebenshaus-Newsletter - Κυρ, 05/01/2020 - 05:25
"Rauchzeichen aus der Zukunft" hat die taz über die wochenlangen riesigen Waldbrände in Australien getitelt. Tatsächlich kann niemand ausschließen, dass... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

USA, Irak, Iran: Trump dreht weiter an der Eskalations-Spirale

Lebenshaus-Newsletter - Σάβ, 04/01/2020 - 04:51
Die Ermordung des iranischen Generals Soleimani ist eine beispiellose Eskalation im unerklärten Krieg zwischen den USA und Iran. Von Erich... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Gezielter Enthauptungsschlag

Lebenshaus-Newsletter - Παρ, 03/01/2020 - 21:37
Staatsterror Das Attentat auf General Soleimani ist für das Verhältnis Iran - USA so schwerwiegend wie die Kündigung des Atomabkommens... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

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