SIKO Gegenaktionen München

Meldungen

PRO ASYL prangert an: Schwarz-Rot trennt Flüchtlingsfamilien auf Jahre. Das Warten muss ein Ende haben!

Lebenshaus-Newsletter - Mi, 14/07/2021 - 21:41
Zum Ende der Legislaturperiode zieht PRO ASYL eine kritische Bilanz zum Familiennachzug für Geflüchtete und wirft der schwarz-roten Koalition vor,... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

The tragic Story of the Pikpa Refugee Camp & how the Refugee Crisis affects us all

acTVism - Mi, 14/07/2021 - 17:58

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Eurodrohne und zukünftiges Kampfflugzeug im FCAS

IMI Tübingen - Mi, 14/07/2021 - 12:40
Kurz vor dem Start der parlamentarischen Sommerpause wurden noch die Mittel für 27 Rüstungsprojekte freigegeben – für insgesamt fast 20 Mrd. Euro. Darunter auch das umstrittene Kampfflugzeug der nächsten Generation samt Begleitdrohnen im Future Combat Air System (FCAS). Die Entwicklungskosten (…)

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Afghanistan: Auf verlorenem Posten

Lebenshaus-Newsletter - Di, 13/07/2021 - 22:30
Schon einmal versank das Land nach dem Abzug von Besatzungstruppen im Bürgerkrieg - doch diesmal wird es anders. Von Lutz... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

"Fit for 55"-Paket der EU: 65-Prozent weniger Emissionen sind Messlatte

Lebenshaus-Newsletter - Di, 13/07/2021 - 21:53
Am morgigen Mittwoch wird die EU-Kommission ihr Maßnahmenpaket "Fit for 55" vorstellen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Zwischen West und Ost

German Foreign Policy - Di, 13/07/2021 - 20:29

Kompromiss der Großmächte

Nach einer heftigen Staatskrise im Sommer 2019, in der es zwischenzeitlich zwei parallele Regierungen gegeben hatte, bildeten - auf Vermittlung der Botschafter äußerer Mächte - die nach Russland orientierten Sozialisten (PSRM) und die EU-freundlichen Liberalkonservativen eine gemeinsame Regierung.[1] Die frühere Weltbank-Mitarbeiterin Maia Sandu erhielt in Chişinău den Posten der Ministerpräsidentin. Eine ihrer wenigen Auslandsreisen führte sie nach Deutschland, wo sie unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traf und die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung besuchte.[2] Merkel erklärte, Berlin unterstütze die von Sandu angedachten "Reformen aus ganzem Herzen".[3] Nach einer verlorenen Vertrauensabstimmung trat Sandu allerdings bereits im November 2019 wieder ab; sie erklärte, es gebe "ein großes Risiko", "dass Moldau die Unterstützung der internationalen Geber nun wieder verliert".[4]

Deutschlands Favoritin

Sandu hatte sich bereits kurz vor den Präsidentschaftswahlen 2016, die sie damals noch gegen den sozialistischen Kandidaten Igor Dodon verlor, mit Bundeskanzlerin Merkel getroffen, womit die deutsche Regierungschefin ihre Unterstützung für die neoliberale Politikerin zu erkennen gab.[5] Die Europäische Volkspartei (EVP), in der die CDU eine dominierende Rolle spielt, hatte für Sandus Wahlkampagne Mitarbeiter nach Moldau entsandt, obwohl Sandus Partei, die Partei der Aktion und Solidarität (PAS), der EVP nicht angehört. Kurz vor den Wahlen veröffentlichte die EVP zudem eine Presseerklärung, wonach Sandu den "Wandel repräsentiert, den Moldau braucht".[6]

Schwenk nach Moskau

Auf Sandu folgte auf dem Posten des Premierministers im November 2019 der Parteilose Ion Chicu, dessen Kabinett die Sozialisten dominierten. Seine erste Auslandsreise führte Chicu nach Moskau. Die russische Regierung bot der Republik Moldau bei dieser Gelegenheit einen Niedrigzinskredit über 500 Millionen US-Dollar an.[7] Die neue moldauische Regierung fand also, anders als Sandu es vorausgesagt hatte, schnell Geldgeber - allerdings jenseits des Westens. Trotz der verbesserten Beziehungen nach Moskau sandte die neue Regierung in Chişinău freilich auch kooperative Signale nach Deutschland und ernannte den vormaligen moldauischen Botschafter in Berlin zum neuen Außenminister.[8] Eine Republik Moldau unter starkem russischem Einfluss bei einer deutschen Juniorrolle - das hatten Bundeskanzlerin Merkel und der damalige russische Präsident Medwedjew bereits vor einem Jahrzehnt diskutiert.[9]

Überraschender Wahlsieg

Doch die prorussischen Politiker verloren im Verlauf des Jahres 2020 massiv an Rückhalt in der Bevölkerung. Die Regierung von Premierminister Chicu trat aufgrund ihres Missmanagements der Covid-19-Pandemie im Dezember 2020 zurück. Ende 2020 gewann zudem Ex-Premierministerin Sandu die Präsidentschaftswahlen. Ein Viertel der Stimmen für sie kam dabei aus dem Ausland - von Moldauern, die in wohlhabendere Länder emigriert sind, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen.[10] Entsprechend ihren Verbindungen erhielt die neue Präsidentin Sandu umgehend Vorschusslorbeeren aus Unionskreisen: Laut dem Büroleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Chişinău verkörpere sie "glaubwürdig und mutig eine demokratische und rechtstaatliche Wende".[11] Sandus Darstellung im Westen und ihr tatsächliches Vorgehen im Land klaffen allerdings durchaus auseinander.

Am Rand der Verfassungsmäßigkeit

Obwohl die Republik Moldau eine parlamentarische Republik ist, vertrat die neu ins Amt gewählte Präsidentin Sandu nach ihrem Wahlsieg Ende 2020 die Auffassung, ihr Wählermandat gebe ihr als Präsidentin das Recht, das Parlament aufzulösen. Da das aber in Moldau nur möglich ist, wenn es drei Monate lang keine funktionierende Regierung gibt, verhinderte Sandu die Bildung einer neuen Regierung der Sozialisten. Ein kritischer Beobachter der politischen Szene in Moldau urteilte über ihre Manöver, sie stelle das "Mandat, das sie durch ihren Sieg bei der Präsidentschaftswahl bekommen hat, über die Verfassungsmäßigkeit ihres Handelns", anstatt "den Rechtsstaat [zu] achten und ihr Mandat hintan[zu]stellen".[12]

Impfstoff-Diplomatie

Im stetigen Kampf zwischen der west- und der ostorientierten Fraktion in Moldau bringt die Impfkampagne im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie den Pro-EU-Kräften neue Rückschläge. Wie der European Council on Foreign Relations (ECFR) bereits im Mai konstatierte, ist die EU auf dem Gebiet der Impfstoffdiplomatie "weniger präsent als andere Mächte".[13] Das trifft auch auf die Republik Moldau zu. Im Februar 2021 erhielt das Land zunächst lediglich 21.600 Impfdosen von Rumänien. Im März folgten einige tausend Dosen aus dem COVAX-Programm der WHO. Im selben Monat konnte Moldau 2.000 Dosen des chinesischen Impfstoffes Sinopharm - geliefert als Spende aus den Vereinigten Arabischen Emiraten - und knapp 50.000 Dosen erneut aus Rumänien verbuchen. Die ersten Zusagen für große Impfstofflieferungen erhielt das Land im April - aus Russland und China. Beide Länder gaben bekannt, der Republik insgesamt mehr als 330.000 Impfdosen zu spenden.[14] Präsidentin Sandu reagierte darauf, indem sie sich mit der Bitte um Hilfe an die deutsche Bundesregierung wandte. Das Bundesverteidigungsministerium sandte daraufhin 28 Lkw mit Handschuhen, Masken, Beatmungsgeräten und anderen Hilfsgütern, die der deutsche Botschafter öffentlichkeitswirksam an die Präsidentin übergab.[15] Impfstoffe liefert Deutschland bisher allerdings nicht, was die EU-Staaten in der moldauischen Impfkampagne erneut ins Hintertreffen bringt. Dafür hat Washington angekündigt, mit der Lieferung von 500.000 Impfdosen die Konkurrenz ausstechen zu wollen. Die ersten 150.000 Dosen sollten gestern in Chişinău eintreffen.[16]

Erneute Einmischung

Nach Sandus taktischen Manövern zur Verhinderung einer sozialistischen Regierung in Chişinău beschloss das moldauische Verfassungsgericht am 15. April die Durchführung von Neuwahlen; der Termin wurde auf den vergangenen Sonntag gelegt. Wieder bezogen führende deutsche Politiker im moldauischen Wahlkampf offen Position: Sandu reiste erneut nach Deutschland und wurde von Kanzlerin Angela Merkel sowie von Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Norbert Lammert, dem Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, empfangen.[17] Aus dem vom CSU-Politiker Horst Seehofer geführten Bundesinnenministerium wurden darüber hinaus offenbar ein internes Papier und eine Analyse des moldauischen Geheimdienstes an das Boulevardblatt "Bild" lanciert; die Dokumente beschreiben angebliche russische Einflussoperationen in Moldau, die durch EU-Geheimdienste verhindert worden sein sollen.[18] Überprüfen lassen sich die Behauptungen nicht. Auf den moldauischen Wahlkampf wirkten sie sich freilich aus - ein Beispiel dafür, wie die Bundesrepublik tut, was sie gegnerischen Mächten stets vorwirft: in innere Angelegenheiten fremder Staaten zu intervenieren.

 

[1] S. dazu Neue Regierung, alte Bekannte.

[2] Jan Philipp Wölbern: "Die Bürgerinnen und Bürger in der Moldau wollen Reformen". kas.de 20.05.2021.

[3] Reformen "aus ganzem Herzen" unterstützen. bundesregierung.de 16.07.2019.

[4] Reinhard Veser: Mit Staatsanwälten spielt man nicht. Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.11.2019.

[5] S. dazu Rückschlag für Berlin.

[6] EPP Presidency: Maia Sandu is the change Moldova needs (EN+RO). epp.eu 21.10.2016.

[7] Kamil Całus: A pseudo-multi-vector policy. Moldova under the socialists. osw.waw.pl/en/ 28.02.2020.

[8] Vladimir Socor: Moldova's Leftist President Moving Steadily Toward the Political Center (Part One). jamestown.org 13.02.2020.

[9] S. dazu Ein Testlauf für Eurasien (II).

[10] Kamil Całus: Maia Sandu wins the presidential election in Moldova. osw.waw.pl/en/ 16.11.2020.

[11] Martin Sieg: Parlamentsauflösung in der Republik Moldau. Präsidentin Sandu setzt Neuwahl durch. Länderbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung, April 2021.

[12] Florian Kellermann: Moldau kämpft gegen Korruption und Corona. deutschlandfunk.de 06.04.2021.

[13] S. dazu "Die Impfstoff-Apartheid der EU".

[14] Vaccination with Russian Sputnik V begins in Moldova. health ministry reports, tass.com 04.05.2021. China a confirmat acordarea Republicii Moldova a 150 de mii de doze de vaccin în calitate de ajutor umanitar. tv8.md 22.04.2021.

[15] Corona-Hilfe für die Republik Moldau. bundeswehr.de 14.06.2021.

[16] Stephen McGrath: U.S. Donates 500,000 COVID-19 Vaccine Doses to Moldova. time.com 10.07.2021.

[17] Jan Philipp Wölbern: "Die Bürgerinnen und Bürger in der Moldau wollen Reformen". kas.de 20.05.2021.

[18] Julian Röpcke: Geheimdienst enthüllt die miesen Tricks - So könnte Putin die Bundestagswahl sabotieren. Bild 22.06.2021.

KEY Updates in Assange Case – US Appeals & its Star Witness Lied

acTVism - Di, 13/07/2021 - 19:01

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Der Blick von Oben

IMI Tübingen - Di, 13/07/2021 - 13:18
Die gesamte Studie zum herunterladen Einführung Seit Mitte der 2000er haben Polizeibehörden begonnen, Luft-Drohnen, auch UAV (Unmanned Aerial Vehicle) genannt, anzuschaffen. Es fehlte in Deutschland und in Europa allgemein noch an Rechtsgrundlagen, dies wurde aber nun größtenteils aufgeholt – unter (…)

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Der Bundeswehreinsatz in Mali

IMI Tübingen - Di, 13/07/2021 - 13:04
Die Redaktion der Sendung Stoffwechsel hat anlässlich des Anschlags auf die Bundeswehr in Mali mit dreizehn Verletzten ein Interview mit Christoph Marischka geführt, das sich unter freie-radios.net nachhören lässt:

"Nie mehr schweigen, wenn Unrecht geschieht" – Zum Abschied von Esther Bejarano

Lebenshaus-Newsletter - Di, 13/07/2021 - 06:26
Der Tod der mutigen und scharfen Kritikerin an alten und neuen Nazis sowie am Militarismus, Esther Bejarano, hat ein breites... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Future Combat Air System

IMI Tübingen - Di, 13/07/2021 - 05:52
Die gesamte Studie zum herunterladen Anfang Februar 2021 wurde gemeldet, das Verteidigungsministerium habe dem Bundestag eine Liste mit 51 sogenannten 25-Millionen-Vorlagen übermittelt, die noch vor der Bundestagswahl im September verabschiedet werden sollen. Dabei handelt es sich um Rüstungsprojekte, die den (…)

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Einbahnstraße nach Kabul (II)

German Foreign Policy - Mo, 12/07/2021 - 21:14

Der Vormarsch der Taliban

Die Taliban haben in den vergangenen Tagen ihren Vormarsch in Afghanistan in hohem Tempo fortgesetzt. Westliche Stellen schätzen die Zahl der Distrikte, die sie kontrollieren, auf inzwischen bis zu 250 bei einer Gesamtzahl von rund 400. Die Taliban selbst sprechen davon, bereits 85 Prozent des Landes beherrschen. Unstrittig ist, dass sie Ende vergangener Woche zwei wichtige Grenzübergänge eingenommen haben - denjenigen bei Torghundi nach Turkmenistan sowie denjenigen bei Islam Qala nach Iran. Vor allem Letzterer hat große wirtschaftliche Bedeutung - er erzielt Berichten zufolge monatliche Zolleinkünfte in Höhe von rund 20 Millionen US-Dollar.[1] Bereits Ende Juni hatten die Taliban den Grenzübergang Shir Khan Banda, den wichtigsten Übergang nach Tadschikistan, unter ihre Kontrolle gebracht. Als Hinweis darauf, als wie ernst die Lage eingeschätzt wird, kann gelten, dass die Vereinigten Staaten darüber nachdenken, die Zahl ihres Botschaftspersonals einschließlich an der Botschaft tätiger Söldner zu reduzieren, um im Bedarfsfall eine rasante Evakuierung durchführen zu können. Die Notfallplanungen laufen US-Medienberichten zufolge bereits auf Hochtouren.[2] Zu den afghanischen Großstädten, vor deren Toren sich die Taliban inzwischen positionieren, gehört das nordafghanische Masar-e Sharif.

"Unsere Verantwortung"

Konkret vom Vormarsch der Taliban betroffen sind einstige afghanische Mitarbeiter ("Ortskräfte") der Bundeswehr, der deutschen Polizei und deutscher Entwicklungsorganisationen, die fürchten müssen, von den Taliban als "Kollaborateure" eingestuft und entsprechend misshandelt, schlimmstenfalls sogar getötet zu werden. Schon in den Jahren der westlichen Militärpräsenz wurden laut US-Angaben mehr als 300 Mitarbeiter westlicher Truppen und Organisationen gezielt ermordet.[3] Die Bundesregierung behauptet immer wieder, sie sei sich "unserer Verantwortung gegenüber den Ortskräften sehr bewusst" - so ein Sprecher in der Bundespressekonferenz am vergangenen Freitag. So seien bisher rund 2.400 Visa an Ortskräfte, ihre Ehepartner und Kinder ausgegeben worden; "einige Hundert" seien mittlerweile in die Bundesrepublik eingereist.[4] Man bemühe sich, die Antragstellung zu erleichtern, indem man im nordafghanischen Masar-e Sharif - dort war die Bundeswehr bis zuletzt stationiert - eine "Anlaufstelle" errichte. Noch in ihren letzten Tagen am Hindukusch habe die Bundeswehr "Visaformulare ... hin und her geflogen", um allen, "die zu dem Zeitpunkt antragsberechtigt waren, ihre Ausreiseformulare" auszuhändigen, hieß es in der Bundespressekonferenz.

Panzer statt Menschen

Ganz im Gegensatz zu derlei wortreichen Bekundungen legt Berlin seinen ehemaligen Ortskräften unverändert zahllose Steine in den Weg. So ist schon das Einreichen eines Visumsantrags für viele kaum möglich: Die "Anlaufstelle" in Masar-e Sharif ist nicht eröffnet worden - wie es heißt, aus "Sicherheitsgründen"; visumsberechtigte Afghanen aus dem Norden des Landes sind deshalb gezwungen, ihren Antrag im fernen Kabul zu stellen, müssten bei der Reise dorthin allerdings von den Taliban kontrollierte Gebiete durchqueren und ihr Leben aufs Spiel setzen. Berlin besteht nach wie vor auf einer sogenannten Einzelfallprüfung, bei der ehemalige Ortskräfte im Detail nachweisen müssen, dass sie konkret von den Taliban bedroht werden [5]; da dies in vielen Fällen kaum möglich ist, haben zahlreiche Ex-Mitarbeiter deutscher Stellen faktisch keine Chance, ein Visum zu erhalten. Während die Bundeswehr Antragsformulare durchs Land geflogen hat, müssen ihre früheren Mitarbeiter, sofern es ihnen gelungen ist, ein Visum zu erhalten, das teure Ticket für einen Linienflug nach Deutschland selbst bezahlen; für viele ist es unerschwinglich. Eine Übernahme der Kosten kommt für Berlin nicht in Betracht. In ihren Transportmaschinen hatte die Bundeswehr Platz für die Rückführung von Militärgerät, nicht aber für die Rettung von Menschen.

"Zuerst entlassen, dann abgelehnt"

Einen Eindruck davon, wie Berlin seine einheimischen Unterstützer behandelt, verschafft ein am Wochenende publizierter Bericht über einen Afghanen, der bereits 2010 für die bundeseigene Entwicklungsagentur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zu arbeiten begonnen hatte. Er war eine Zeitlang für den Schutz von GIZ-Personal zuständig und geriet dabei ins Visier der Taliban. Wegen wiederkehrender Drohungen stellte er im Jahr 2017 den Antrag auf Aufnahme in das Ortskräfteverfahren - und wurde deshalb von der GIZ entlassen. Am 30. Juni 2021, knapp vier Jahre nach Antragstellung, bekam er den Ablehnungsbescheid: Er habe nicht nachweisen können, hieß es darin zur Begründung, "dass Sie derzeit einer besonderen Bedrohung ausgesetzt sind, die sich aus Ihrer Beschäftigung bei der afghanisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit bzw. der GIZ ergibt".[6] Dies sei kein Einzelfall, heißt es in einem aktuellen Appell: Regelmäßig würden bedrohte GIZ-Mitarbeiter "zuerst entlassen, dann werden ihre Anträge [auf ein Visum für die Einreise nach Deutschland] abgelehnt".[7] Der Umgang der Bundesregierung mit den ehemaligen Ortskräften ruft mittlerweile massive Proteste nicht zuletzt in der Bundeswehr hervor: Die Aussicht, im Ernstfall im Stich gelassen zu werden, ist der Anwerbung von Ortskräften in anderen Einsatzgebieten kaum förderlich.

In den Tod abgeschoben

Während sich die Bundesregierung nicht in der Lage sieht, Flüge zur Rettung ihrer einstigen Ortskräfte vor den Taliban zu organisieren, hält sie an ihren monatlichen Abschiebeflügen nach Kabul fest. Am vergangenen Dienstag wurden 27 Afghanen zwangsweise aus Hannover in die afghanische Hauptstadt ausgeflogen. Weitere Sammelabschiebungen sollen folgen; er halte "die bisherige Praxis ... nach wie vor für vertretbar", bekräftigte Außenminister Heiko Maas am vergangenen Montag.[8] An jenem Tag wurde bekannt, dass ein Afghane, der am 9. Februar mit einer Sammelabschiebung nach Afghanistan ausgeflogen worden war, am 21. Juni bei einem Anschlag zu Tode kam.[9] Von den gut 280.000 Afghanen, die in Deutschland leben, haben viele nur einen prekären Aufenthaltsstatus; über 30.000 sind sogar ausreisepflichtig. In Kabul hat am Wochenende das Ministerium, das für Flüchtlinge und ihre Wiedereingliederung zuständig ist, angesichts der jüngsten Taliban-Offensive die Regierungen der europäischen Staaten aufgerufen, zumindest vorläufig von weiteren Abschiebungen abzusehen: Man halte "die gegenwärtige Lage nicht geeignet für die erzwungene Rückkehr afghanischer Migranten", teilte es mit.[10] Eine Reaktion der zuständigen deutschen Stellen ist bislang nicht bekannt.

 

[1] Two Border Towns in Western Afghanistan Fall to Taliban. tolonews.com 09.07.2021.

[2] Gordon Lubold, Jessica Donati: U.S. Considers Downsizing Embassy in Afghanistan Amid Security Concerns. wsj.com 09.07.2021.

[3] S. dazu Einbahnstraße nach Kabul.

[4] Regierung verspricht Ortskräften Hilfe. tagesschau.de 09.07.2021.

[5] Daniel Brössler, Constanze von Bullion: Regierungsstreit über afghanische Ortskräfte. sueddeutsche.de 05.07.2021.

[6], [7] Ursula Rüssmann: Erst gekündigt, dann zurückgelassen. fr.de 11.07.2021.

[8] Maas will auch nach Abzug internationaler Truppen weiter nach Afghanistan abschieben. rnd.de 05.07.2021.

[9] Kaija Kutter: In den Tod geschickt. taz.de 06.07.2021.

[10] Kabul Asks Europe To Halt Forced Deportations Of Afghans Amid Rise In Taliban Violence, Coronavirus Infections. gandhara.rferl.org 10.07.2021.

Keine Transparenz bei israelischen Waffenexporten

acTVism - Mo, 12/07/2021 - 13:02

Keine Transparenz bei israelischen Waffenexporten.

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Bericht des UN-Sonderberichterstatters Michael Lynk

Lebenshaus-Newsletter - Mo, 12/07/2021 - 06:37
Der UN-Sonderberichterstatter für die besetzten Palästinensischen Gebiete, Michael Lynk, hat einen besonders ausführlichen und überzeugenden Bericht an den UN-Menschenrechtsrat veröffentlicht.... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Fabrication of evidence against Assange | Stella Moris Update

acTVism - So, 11/07/2021 - 14:30

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Bitte um Unterstützung für ZEITUNGSANZEIGEN zu Hiroshima-Nagasaki-Gedenktagen

Lebenshaus-Newsletter - So, 11/07/2021 - 11:37
Anlässlich der 76. Jahrestage der verbrecherischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 plant Lebenshaus Schwäbische... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Die Amtszeit der "Klimakanzlerin" Merkel geht zu Ende. Ihre Klimabilanz ist katastrophal.

Lebenshaus-Newsletter - So, 11/07/2021 - 06:07
Angela Merkel wurde im Oktober 1994 Umweltministerin Deutschlands und hat damals das vollkommen unwirksam gebliebene UN-Klimaschutzabkommen in Kyoto 1997 maßgeblich... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Warum Julian Assange jetzt freigelassen werden sollte | National Union of Journalists

acTVism - Sa, 10/07/2021 - 14:22

 In diesem Video erklärt Tim Dawson, warum Julian Assange jetzt freigelassen werden sollte.

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Eugen Drewermann: "Russland - Wege zum Frieden"

Lebenshaus-Newsletter - Sa, 10/07/2021 - 06:45
Am 22. Juni 2021 veranstaltete pax christi Münster einen Vortrags- und Diskussionsabend mit Eugen Drewermann. Anlass war, dass sich am... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Interventionskriege sind das Gegenteil von Sicherheitspolitik

Lebenshaus-Newsletter - Sa, 10/07/2021 - 05:53
Eine Lehre aus dem desaströsen Afghanistan-Krieg muss sein: Armeen dürfen nicht in die Rolle geraten, politische Probleme regeln zu sollen,... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

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