SIKO Gegenaktionen München

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BASTA MILITARIZZARE LA POLITICA ESTERA. NO ALLE FORNITURE BELLICHE ALL’EGITTO.

No to NATO - Cts, 13/06/2020 - 22:35
Maurizio Acerbo, Gregorio Piccin Pubblicato 9.6.2020 https://ilmanifesto.it/basta-militarizzare-la-politica-estera-no-alle-forniture-belliche-allegitto In piena crisi economica e sanitaria Macron ha annunciato la costruzione di una seconda portaerei a propulsione nucleare (classe De Gaulle) da 5 miliardi di euro. Nella spesa prevista non sono compresi i costi per la realizzazione della flotta di supporto ed il costo operativo annuale minimo che ammonta ad altri 220 milioni di euro. IL GOVERNO FRANCESE ha inoltre fatto sapere che il prossimo 10 giugno – la stampa bretone parla di … Continue reading →

Il nostro vicino Atomico

No to NATO - Cts, 13/06/2020 - 22:24
Gregorio Piccin Pubblicato 8.6.2020, 23:59 https://ilmanifesto.it/il-nostro-vicino-atomico/ In piena crisi economica e sanitaria Macron ha annunciato la costruzione di una seconda portaerei a propulsione nucleare (classe De Gaulle) da 5 miliardi di euro. Nella spesa prevista non sono compresi i costi per la realizzazione della flotta di supporto ed il costo operativo annuale minimo che ammonta ad altri 220 milioni di euro. IL GOVERNO FRANCESE ha inoltre fatto sapere che il prossimo 10 giugno – la stampa bretone parla di «finestra … Continue reading →

Together we reject the new tests of M 51 nuclear missile in Brittany

No to NATO - Cts, 13/06/2020 - 22:02
DECLARATION Together we reject the new tests of M 51 nuclear missile in Brittany (machine translation) In the midst of a health crisis, the government insists on developing its new nuclear weapons programs to the detriment of health, social and environmental priorities. This obstinacy is expressed through a new campaign of tests of the Nuclear Missile M51 (1) organized, from 9 June and over several weeks, from the point of Penmarc’h in Brittany. These weapons of mass destruction, dangerous for … Continue reading →

Ensemble refusons la nouvelle campagne de tirs du missile nucléaire M 51 depuis la pointe de la Bretagne

No to NATO - Cts, 13/06/2020 - 21:58
DECLARATION Ensemble refusons la nouvelle campagne de tirs du missile nucléaire M 51 depuis la pointe de la Bretagne En pleine crise sanitaire, le gouvernement s’obstine à développer ses nouveaux programmes en faveur des armes nucléaires au détriment des priorités sanitaires, sociales et environnementales. Cette obstination s’exprime à travers une nouvelle campagne de tirs d’essais du Missile Nucléaire M51 (1) organisée, à partir du 9 juin et sur plusieurs semaines, depuis la pointe de Penmarc’h en Bretagne.  Ces armes de … Continue reading →

M51 missile tests between June 9 and July 8

No to NATO - Cts, 13/06/2020 - 21:55
The Ministry of the Armed Forces announced on 9 June the M51 missile launches: «The window of fire for these tests is scheduled between early June and mid-July», the ministry said. “There will be no detailed communication on these activities as operational activities and weapons systems testing related to nuclear deterrence are covered by defence secrecy,” the Ministry of the Armed Forces added. The Maritime Prefecture of the Atlantic has issued an order, “on the occasion of a test launch organized … Continue reading →

Tirs de missiles M51 entre le 9 juin et le 8 juillet

No to NATO - Cts, 13/06/2020 - 21:49
Le Ministère des Armées a annoncé le 9 juin les tirs de missiles M51 : « Le créneau de tirs pour ces essais est prévu entre début juin et mi-juillet », a indiqué le ministère. « Il n’y aura pas de communication détaillée sur ces activités puisque les activités opérationnelles et les essais de systèmes d’armes liés à la dissuasion nucléaire sont couverts par le secret défense », a ajouté le ministère des Armées. La préfecture maritime de l’Atlantique a pris un arrêté, à « l’occasion d’un … Continue reading →

2020/06/17 Webinar 10am EDT | 4pm CEST | 7:30pm ISTWALLS MUST FALL: Ending the Deadly Politics of Border Militarisation

No to NATO - Cts, 13/06/2020 - 21:39
Webinar June 17 – Walls Must Fall Dear reader, The next in our COVID Capitalism series of webinars, Walls Must Fall: Ending the deadly politics of border militarisation, is coming up on June 17 at 4pm CEST. You can register here https://app.getresponse.com/click.html. Figures like American President Donald Trump and Hungary’s Viktor Orban have blamed foreigners for the spread of COVID-19, exacerbating anti-migrant racism and stoking the politics of militarised borders. EU States have used the crisis to turn away more … Continue reading →

US-Soldaten in Bad Fallingbostel (TrÜbPl Bergen) und in Munster

No to NATO - Cts, 13/06/2020 - 21:17
Bitte in der jeweils eigenen Friedensszene weiterleiten ! moin   Heute 11.6.20 um 12.00 Uhr  meldete  NDR 1, dass  600 US-Soldaten  nach  Munster  verlegt  werden, um  dort  im  Juli 2020  “Defender”  fortzusetzen. Bad Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey  gibt  bekannt,  dass aktuell  etwa  300 –  500  US-Soldaten  im  Camp  Fallingbostel (TrÜbPlatz Bergen) “übrig  geblieben”  sind,  die  “wohl”  noch  einpacken  müssen. Das  ist  übrigens  nur  aufgefallen,  weil  (Shuttle-)-Busse  mit  Amis  zu  Kneipen-Touren  in  der Stadt  Bad Fallingbostel gesichtet  wurden. Toll wie Amis … Continue reading →

Die Wut explodiert

Lebenshaus-Newsletter - Cts, 13/06/2020 - 12:17
Corona-Tagebuch, Teil 32. Wolfgang Herrndorf, der sich im August 2013 erschoss, sprach Anfang 2013 noch vom "Abwehrzauber des Weiterarbeitens". Was... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

++ „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ stellt erneut Strafanzeige gegen SIG Sauer wegen illegaler Waffenexporte – nach Mexiko, Kolumbien und Nicaragua ++ Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt ++

RIB/DAKS - Cts, 13/06/2020 - 11:38

Die Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ hat am 30. April 2020 über ihren Tübinger Rechtsanwalt Holger Rothbauer erneut Strafanzeige gegen das Rüstungsunternehmen SIG Sauer gestellt – dieses Mal wegen illegaler Waffenlieferungen nach Mexiko und Nicaragua und sowie erneut nach Kolumbien. Es besteht der Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie des wiederholten gewerbs- und bandenmäßigen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz.Bereits 2014 hatte „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ – ein Bündnis von weit über hundert Organisationen – Anzeige gegen Verantwortliche von SIG Sauer wegen illegaler Exporte von 38.000 Pistolen nach Kolumbien erstattet. Die darauffolgenden Ermittlungen führten 2019 zur Verurteilung von drei hochrangigen Managern des Unternehmens durch das Landgericht Kiel zu Bewährungs- und Geldstrafen. Darüber hinaus sollen von SIG Sauer die gesamten aus den illegalen Geschäften resultierenden Einnahmen von rund 11 Millionen Euro eingezogen werden, wogegen das Unternehmen Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt hat.

Die nun zweite umfassende Strafanzeige richtet sich gegen die bereits verurteilten Mitarbeiter sowie gegen weitere Verantwortliche bei SIG Sauer in Deutschland und in den USA. Sie beruht in wesentlichen Teil auf Recherchen des Regisseurs Daniel Harrich sowie der SWR-Journalisten Thomas Reutter und Manfred Hattendorf (ARD-Doku „Tödliche Exporte 2“). Der Weg der Pistolen im Wert von mehreren Millionen Euro erfolgte über den Umweg der SIG Sauer Inc. in den USA nach Mexiko, Kolumbien und Nicaragua, ein beträchtlicher Anteil davon mit den Aufdrucken „Made in Germany“ oder „Beschussamt Kiel“.

Holger Rothbauer, Rechtsanwalt der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, erklärt dazu: „Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass noch während des am Landgericht Kiel laufenden ersten Strafverfahrens die gleichen Straftaten mit neuen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz durch tausendfachen Export von Pistolen in Bürgerkriegsländer – wohlgemerkt von bereits wegen der gleichen Delikte verurteilten Geschäftsführern und Verantwortlichen bei SIG Sauer – begangen wurden, dann wäre dies der juristische Mount Everest von kriminellem Verhalten. Dann dürfte es für diese Abscheulichkeit sicherlich keine Bewährung mehr im nächsten Strafurteil geben. Die Staatsanwaltschaft Kiel bestätigt den Anfangsverdacht und hat ein Ermittlungsverfahren mit Aktenzeichen eingeleitet.“

Anzeigeerstatter Jürgen Grässlin erklärt: „Dieser Vorgang ist einmalig in der bundesdeutschen Rüstungsexportgeschichte und zeugt von einer nie da gewesenen Skrupellosigkeit: Denn die Bewährungsstrafen durch das Landgericht Kiel im Fall der illegalen Pistolenexporte nach Kolumbien beruhten auf der Annahme, dass die Verurteilten von SIG Sauer nie wieder illegal Waffen exportieren würden. Stattdessen nutzte SIG Sauer die Lücke, die auf dem mexikanischen Waffenmarkt durch das Rüstungsexportverbot der Bundesregierung für Mexiko infolge unserer Strafanzeige gegen Heckler & Koch entstanden war.“ Laut Grässlin, Sprecher der der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ und der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) „sind die Folgen dieses Kleinwaffendeals tödlich. Aufgrund dieser wohl erneut illegalen Waffentransfers von SIG-Sauer-Waffen in die drei lateinamerikanischen Länder werden unzählige unschuldige Menschen verstümmelt oder getötet.“

Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte des Kinderhilfswerks terre des hommes und Mitglied des Trägerkreises von Aktion Aufschrei, sagt: „Unsere Recherchen belegen, dass die Pistolen, die SIG Sauer illegal nach Kolumbien exportiert hat, dort für zahlreiche Verbrechen eingesetzt werden – von illegalen bewaffneten Gruppen; wie Paramilitärs, Guerilla und Drogenkartellen, aber auch von Polizei- und Armeeangehörigen. Das ist den Verantwortlichen bei SIG Sauer bekannt, und dennoch liefern sie offenbar illegal weiter nach Kolumbien, Mexiko und Nicaragua. Diese rücksichtslose Geschäftspolitik auf Kosten der Menschen vor Ort muss dringend gestoppt werden.“

Christine Hoffmann, Sprecherin der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ und pax christi-Generalsekretärin sieht in dem neuerlichen Rüstungsexportskandal einen weiteren Beweis dafür, „dass der Endverbleib von Kleinwaffen nicht kontrollierbar ist und auch Kleinwaffenexporte an NATO-Staaten wie die USA alles andere als unproblematisch sind. Um wirklich zu verhindern, dass deutsche Kleinwaffen bei Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen zum Einsatz kommen, dürfen diese nicht mehr exportieren werden. Ein konsequentes Kleinwaffenexportverbot ist überfällig.“

Kontakt für die Medien

Christine Hoffmann, pax christi, 0177/5283530, c.hoffmann@paxchristi.de

Jürgen Grässlin, RIB-Vorsitzender, 0761/7678208 und 0170/6113759, jg@rib-ev.de

Holger Rothbauer, 0173/6577693, anwalt@dehr.eu

Ralf Willinger, terre des hommes, 0541-7101-108, r.willinger@tdh.de

Der Wagemutige

Lebenshaus-Newsletter - Cts, 13/06/2020 - 10:59
Keith Ellison, 56, hat einen der explosivsten Jobs in den USA. Der links orientierte Ex-Kongressabgeordnete - bereits 2016 war er... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

Erinnerung an Rosa Parks

Lebenshaus-Newsletter - Cts, 13/06/2020 - 10:27
Aus aktuellem Anlass erinnern wir mit einem Artikel von Clayborne Carson vom Dezember 2005 an Rosa Parks. Mit Rosa Parks... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

"Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!" stellt erneut Strafanzeige gegen SIG Sauer wegen illegaler Waffenexporte

Lebenshaus-Newsletter - Cts, 13/06/2020 - 06:30
Die Kampagne "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!" hat am 30. April 2020 über ihren Tübinger Rechtsanwalt Holger Rothbauer erneut... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

"China bleibt Partner"

German Foreign Policy - Cum, 12/06/2020 - 21:53

Im Kampf gegen die Krise

Chinas aktuelle Bedeutung für die deutsche Industrie im Kampf gegen die Coronakrise lässt sich der am Dienstag veröffentlichten deutschen Außenhandelsstatistik für April entnehmen. Im April brachen die deutschen Exporte insgesamt gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,3 Prozent auf einen Wert von 75,7 Milliarden Euro ein; einen solchen Kollaps hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegenben. Die Ausfuhren in andere EU-Länder stürzten um 34,8 Prozent ab, die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten um 35,8 Prozent, diejenigen nach Italien um 40,1 und diejenigen nach Frankreich sogar um 48,3 Prozent. Die Exporte nach China hingegen gingen nur um 12,6 Prozent zurück; niedrigere Einbrüche verzeichneten sonst lediglich die Ausfuhren in die Türkei und in einige wenige, meist sehr kleine Länder, die wirtschaftlich für die deutsche Industrie nicht ins Gewicht fallen.[1] In der Volksrepublik lief die Wirtschaft schon im Mai zwar noch nicht gänzlich rund, aber doch deutlich besser als in Westeuropa sowie in den Vereinigten Staaten; manche deutschen Konzerne, so zum Beispiel Adidas und Kfz-Produzenten, konnten schon im Mai wieder ein Umsatzwachstum in China erzielen. Der chinesische Markt schaffe vor allem für deutsche Fahrzeughersteller Chancen, urteilt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer: Sie seien dort deutlich besser aufgestellt als "die europäischen Mitbewerber", während die US-Konkurrenz "im politischen Chaos" versinke und in diesem Jahr vermutlich "auf keinen grünen Zweig mehr" komme.[2]

Im Kampf um den Zukunftsmarkt

Neben der kurzfristigen besitzt China ungeachtet aller globalen politischen Machtkämpfe auch langfristig hohe Bedeutung für die deutsche Industrie. Dies bestätigt eine aktuelle Umfrage, die die EU-Handelskammer in China am Mittwoch vorstellte. Demnach investieren deutsche Unternehmen in der Volksrepublik nicht nur, weil diese einen riesigen Absatzmarkt darstellt: Von den rund 1,4 Milliarden Chinesen werden inzwischen - nach unterschiedlichen Schätzungen - 400 bis 700 Millionen den Mittelschichten zugerechnet; Beijings erfolgreicher Kampf gegen die Armut bringt aus Sicht westlicher Unternehmen zahlenstarke kaufkräftige Mittelschichten hervor. Zum Vergleich: Die EU-Länder zählen aktuell zusammengenommen rund 450 Millionen Einwohner, die Vereinigten Staaten knapp 330 Millionen. Hinzu kommt der Umfrage zufolge vor allem, dass China mittlerweile aus Sicht europäischer Unternehmen ein zunehmend forschungs- und innovationsfreundliches Wirtschaftsumfeld aufweist. 38 Prozent der befragten Firmen urteilten, das Land habe diesbezüglich bereits das globale Durchschnittsniveau erreicht; 40 Prozent stuften es gar oberhalb des globalen Durchschnitts ein. Weit überwiegend positiv bewertet wurden außerdem der Zugang ausländischer Unternehmen zu Forschungs- und Entwicklungszuschüssen, die Produktivität chinesischer Forschungsteams sowie die Verfügbarkeit hochqualifizierten Arbeitspersonals - dies bei im Weltmaßstab weiterhin niedrigem Lohnniveau.[3]

Optimistische Prognosen

Dabei hat sich das Geschäftsklima in der Volksrepublik schon im vergangenen Jahr aus der Sicht europäischer Unternehmen kontinuierlich verbessert. Dies belegen die Detailergebnisse der Umfrage, die im Februar erhoben wurde; die Coronakrise spiegelt sich in ihnen noch kaum wider. Demnach gaben sich nur 17 Prozent der befragten Unternehmer bezüglich des Wachstums ihrer Firma in China pessimistisch, 48 Prozent hingegen optimistisch; nur 17 Prozent klagten über Umsatzeinbußen. 41 Prozent waren mit Beijings jüngsten Schritten zur Marktöffnung zufrieden, mehr denn je seit 2015. Die Zahl der Unternehmen, die sich im Vergleich zu chinesischen Firmen benachteiligt fühlten, lag - nach 57 Prozent im Jahr 2016 - nur noch bei 40 Prozent; hinzu kamen zehn Prozent, die ausländische Unternehmen sogar im Vorteil sahen. 23 Prozent fanden, sie seien einheimischen Firmen schon jetzt faktisch gleichgestellt; 12 Prozent meinten, dies werde in spätestens zwei Jahren erreicht sein, während 22 Prozent vermuteten, dies könne noch bis zu fünf Jahre dauern. Nur elf teilten mit, sie zögen eine Verlagerung ihrer Investitionen aus der Volksrepublik in andere Länder in Betracht - der niedrigste Wert seit 2016. Eine Zusatzumfrage, erhoben nach der Eskalation der Coronakrise, zeigte, dass zwar 41 Prozent sich veranlasst sahen, ihre Investitionspläne zu überdenken; allerdings ging es lediglich vier Prozent um einen etwaigen Wegzug aus China. Als größte Bedrohung für das Geschäft wurde außer der Coronakrise der US-Wirtschaftskrieg gegen die Volksrepublik eingestuft.[4]

Gleichstellung angestrebt

Um die Bedingungen für Unternehmen aus der EU weiter zu verbessern und nach Möglichkeit vollständige Gleichstellung mit einheimischen Firmen zu erreichen, strebt Brüssel den Abschluss eines neuen Investitionsabkommens mit Beijing an. Ursprünglich war geplant, das Abkommen auf einem EU-China-Gipfel zu unterzeichnen, der für den 12. September in Leipzig vorgesehen war. Der Gipfel ist nun allerdings verschoben worden - offiziell wegen der Covid-19-Pandemie, doch heißt es, eine Rolle gespielt habe auch, dass das Abkommen noch längst nicht unterschriftsreif sei. Am Dienstag hat der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell den Druck zu erhöhen versucht und Beijing nicht nur unzureichenden Willen zur Einigung vorgeworfen, sondern auch einen Verstoß gegen Absprachen aus dem vergangenen Jahr.[5] Zudem hat die EU-Handelskammer in China den Außenbeauftragten zu unterstützen versucht, indem sie die erwähnte Umfrage dahingehend interpretierte, die Ungewissheit für Firmen aus der EU in China sei so groß "wie seit Generationen nicht mehr": Sie "tappen im Dunkeln", klagte die Vizepräsidentin der Handelskammer, Charlotte Roule.[6] Ihre taktische Rückendeckung für Borrell deckt sich freilich nicht wirklich mit den tatsächlichen Resultaten der Umfrage.

"Keine multilaterale Welt ohne China"

In einer Videokonferenz mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am gestrigen Donnerstag gleichfalls über das geplante Investitionsabkommen verhandelt. Dabei habe sie, teilte das Bundespresseamt anschließend mit, Deutschlands Interesse nicht nur "an regelbasiertem und freiem multilateralem Handel" unterstrichen, sondern auch "an stabilen bilateralen Austauschbeziehungen" [7]: eine Absage nicht nur an den wirtschaftspolitischen Kurs der Vereinigten Staaten, sondern auch an Überlegungen, die US-Sanktionspolitik gegenüber China in der EU zu übernehmen, wie sie kürzlich der Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer (Bündnis 90/Die Grünen) geäußert hatte (german-foreign-policy.com berichtete [8]). Freilich hält der Druck vor allem transatlantischer Kreise, die Chinas Aufstieg stoppen wollen und deshalb ökonomische Zwangsmaßnahmen gegen die Volksrepublik fordern - zumindest einen Boykott des High-Tech-Konzerns Huawei -, an. Der Versuch, beides zu verbinden - den Einsatz für Interessen vor allem deutscher Unternehmen in China und den Kampf gegen den Aufstieg der Volksrepublik -, führt für die EU dabei zu immer größeren Schwierigkeiten. So hieß es am Dienstag, ein Treffen zwischen Borell und dem chinesischen Außenminister Wang Yi sei "sehr offen und freimütig" gewesen; dies ist die diplomatische Formulierung für schwere Differenzen.[9] Zugleich sah sich Borrell aber zu einer Relativierung gezwungen. Befragt, was es bedeute, dass die EU die Volksrepublik als "strategischen Rivalen" einstufe, erklärte der EU-Außenbeauftragte, Brüssel glaube nicht, "dass China den Weltfrieden bedroht"; vielmehr gelte: "Man kann keine multilaterale Welt schaffen, ohne dass China daran teilnimmt."

 

[1] Exporte im April 2020: -31,1 % zum April 2019. destatis.de 09.06.2020.

[2] Philip Kaleta: Für die deutsche Autobranche wird das Geschäft in China nun zum entscheidenden Faktor, sagt Autoexperte Dudenhöffer. businessinsider.de 03.06.2020.

[3], [4] European Chamber: Business Confidence Survey 2020. Navigating in the Dark. Beijing, June 2020.

[5] EU wirft China Bruch von Absprachen vor. handelsblatt.com 09.06.2020.

[6] Europäische Firmen in China "tappen im Dunkeln". dw.com 10.06.2020.

[7] Videokonferenz von Bundeskanzlerin Merkel mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 11.06.2020.

[8] S. dazu Der grüne Kalte Krieg.

[9] Thomas Gutschker: Dialog unter Rivalen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 10.06.2020.

Dangerous US Military Presence In Poland And Eastern Europe

No to NATO - Cum, 12/06/2020 - 13:26
By Bruce Gagnon, Space for Peace. June 11, 2020 | Educate!   Dangerous US Military Presence In Poland And Eastern Europe  

Neu: Lebenshaus-Rundbrief Nr. 105

Lebenshaus-Newsletter - Cum, 12/06/2020 - 06:50
In der Einleitung zum Rundbrief Nr. 105 geht Michael Schmid auf die Diffamierung von Kritikern und Andersdenkenden in der Corona-Krise... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

"Friedenshetzer" und Gegner des "Schwertglaubens", Europäer und Armenienfreund

Lebenshaus-Newsletter - Cum, 12/06/2020 - 06:04
Zwei Weltkriege sind von deutschem Boden ausgegangen. Und doch gibt es auch in der jüngeren deutschen Geschichte Gruppierungen und Personen,... Michael Schmid http://www.lebenshaus-alb.de

2020/06/25 Webinar 2h10am HST | 2pm EDT | 8pm CESTIs NATO in its deepest crisis in history?

No to NATO - Per, 11/06/2020 - 19:28
Do we have the historical chance to overcome NATO? What does this mean for war and peace in the world? Together with peace friends from different countries we will try to find answers to these questions. We expect an input of max. 7 minutes from Ajamu Baraka, Black Alliance for Peace,US Reiner Braun, IPB, ICC no to war – no to NATO, Germany Jun Chisaka, Japan Peace Committee, Japan (per video) Kate Hudson, CND, ICC no to war – no … Continue reading →

The Journalist They Couldn’t Silence

acTVism - Per, 11/06/2020 - 19:19

Aufgrund limitierter finanzieller Mittel stehen manche Videos ggf. derzeit nur auf Englisch zur Verfügung.

Der Beitrag The Journalist They Couldn’t Silence erschien zuerst auf acTVism Munich.

Chinas Nationaler Volkskongress 2020: Corona-Virus eingedämmt – Kampf gegen das Rezessions-Virus

ISW München - Per, 11/06/2020 - 14:08
2008 | kafka4prez, Flickr | CC BY-SA 2.0

Die Covid-19-Pandemie ist ein Gefährdungsfall der öffentlichen Gesundheit, wie ihn die Volksrepublik China hinsichtlich der Geschwindigkeit seiner Verbreitung, der Breite seines Infektionsumfanges und der Schwierigkeit seiner Prävention und Kontrolle in derartiger Höchststufe seit ihrer Gründung noch nie erlebt hat.

Mit diesem Satz leitete der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang den Arbeitsbericht seiner Regierung zum diesjährigen Nationalen Volkskongress (NVK) ein. Der Kongress, der mit knapp 3000 Delegierten in der „Halle des Volkes“ in Peking tagte, musste dieses Jahr wegen der Pandemie um zwei Monate verschoben werden und dauerte eine Woche kürzer.

Dass das Event Ende Mai und in Vollbesetzung stattfand, war auch als Signal gedacht: Wir haben das Virus zwar noch nicht besiegt, aber eingedämmt und im Griff. Lasst uns jetzt an den Wiederaufbau gehen (siehe auch: Fred Schmid: De-Maskierung Spahns – China: Masken für alle und Fred Schmid: China: Vom Lockdown und Shutdown zum Neustart).

In der Tat sind die Leistungen Chinas im Kampf gegen das Virus beeindruckend. Selbst der Papst spendete Beifall und lobte den „großartigen Einsatz“ beim Kampf gegen die Verbreitung des Virus. Und er gestand: „Ich liebe China“. Nicht minder ist das Lob der eigenen Bevölkerung. Blackbox Research, die führende Sozialforschungsagentur Singapurs und das Technologie-Unternehmen Toluna (USA) ermittelten in einer gemeinsamen Umfrage die Stimmung der Bürger aus 23 Ländern in Bezug auf die Krisenreaktion ihrer Regierung. Festland-China belegte dabei mit 85 Punkten den ersten Platz, gefolgt von Vietnam mit 77 Punkten. Die westlichen Länder befinden sich alle unter dem Durchschnitt von 45 Punkten.

Corona Update USA – China

Das erfolgreiche Krisenmanagement Chinas widerspiegelt sich auch in den Fallzahlen. China, das Land mit der weltweit größten Bevölkerung und einer sehr dichten Besiedlung, wurde als erstes vom Corona-Virus heimgesucht und mit voller Wucht getroffen, insbesondere die Provinz Hubei mit der 11-Milionen-Metropole Wuhan. Nach der konsequenten Quarantäne und dann vorsichtigen Aufhebung von Lockdown und Shutdown, hielten sich die täglichen Neuinfektionen im unteren zweistelligen und seit Wochen im einstelligen Bereich.

Bis zum 10. Juni verzeichnete das Land insgesamt 84.200 Infektionen und hatte 4.638 Tote zu beklagen. Zum Vergleich die USA (10. Juni): Fast zwei Millionen Infizierte und 112.000 Covid-19-bedingte Todesfälle. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl ergibt das für die USA ziemlich genau die hundertfache Häufigkeit (genau: Faktor 102) an Todesfällen pro eine Million Einwohner im Vergleich zu China. Auch in den anderen kapitalistischen Hochburgen sind die Zahlen, mit Ausnahme von Japan und bedingt auch Deutschland, ähnlich erschreckend. G-7 zusammen 235 Tausend Corona-Tote (57% aller Fälle in der Welt) – bei nur 11% der Weltbevölkerung.

Angesichts dieser Zahlen mutet es grotesk an, wenn der Westen und allen voran Trump, China zum Sündenbock für das eigene Versagen machen will. China habe zwei Wochen zu spät gemeldet, so der Vorwurf. Auch wenn dem so wäre. Was hinderte den US-Präsidenten und die EU-Regierungschefs, konsequente Eindämmungsmaßnahmen zu ergreifen, als sie am 12. Januar von China über die WHO und GISAID (Global Initiative on Sharing All Influenza Data) die Genomsequenz des neuen Corona-Virus erhielten; täglich empfingen sie zudem Updates der chinesischen Gesundheitskommission. Warum haben sie dann nicht von China gelernt und schnellstmöglich einen Lockdown und Shutdown in ihren Ländern verhängt? Hunderttausende von Toten wären Ihnen erspart geblieben. In seiner Arroganz faselte der US-Präsident noch Mitte Februar, dass Corona nicht schlimmer als normale Grippe sei. Wer hat hier vertuscht, verharmlost und verschwiegen?

Trump meldete am 21.01.20, als der erste Corona-Fall in den USA auftauchte: „Wir haben es vollkommen unter Kontrolle. Alles wird gut sein“. Am 2. Februar: „Wenn es wärmer wird, verschwindet es auf wundersame Weise“. Am 26. Februar: „Es ist eine Grippe, wie eine Grippe“. Am 17. März: „Ich hatte das Gefühl, es werde eine Pandemie werden, lange bevor es offiziell so genannt wurde“. Und am 29. März: „Wenn es gelänge, die Todeszahl auf 100.000 zu begrenzen, „dann haben wir alle einen guten Job gemacht“. Am 28. Mai waren es 100.000 Corona-Tote, doch das Sterben geht weiter. Am 10. Juni waren es in den USA bereits 112.000 nachweislich durch das Virus Getötete.

Auch die Reaktionen in Deutschland auf das Auftreten des Virus waren von Verharmlosung gekennzeichnet. Der zeitliche Vorlauf, den China als erstbetroffenes Land der übrigen Welt verschafft hatte, wurde im Westen nicht genutzt. Am 17. Mai meldete der Bayerische Rundfunk: „BR und Welt am Sonntag haben vertrauliche Dokumente und Protokolle ausgewertet. Das Ergebnis: Obwohl die ersten Meldungen über ein neuartiges Virus bereits zum Jahresbeginn vorlagen, hat die Bundesregierung auf Warnungen von Wissenschaftlern nicht rechtzeitig reagiert. So hat Gesundheitsminister Spahn die Gefahr einer Pandemie noch Anfang Februar als ‚zur Zeit irreale Vorstellung‘ bezeichnet“. Der Verlauf sei „deutlich milder“ als bei der Grippe.“

Zu diesem Zeitpunkt war Wuhan bereits die zweite Woche im strengen Lockdown. Erst am 18. März wird das „öffentliche Leben“ in Deutschland heruntergefahren. Am gleichen Tag beginnt China bereits mit dem Neustart.

Mittlerweile ist ein geopolitisches Wettrennen um einen Corona-Impfstoff im Gange. US-Präsident Trump hat die Suche nach dem Serum mit der „Entwicklung der Atombombe im Zweiten Weltkrieg“ verglichen. Er will unbedingt den ersten Zugriff, und zwar exklusiv: America first! Die US-Administration beteiligt sich mit Milliarden an der Suche nach dem Impfstoff; genauer gesagt: sie will durch Exklusiv-Verträge die Forschungsergebnisse von Pharma-Firmen ausschließlich für die USA nutzbar machen (z.B. CureVac und Sanofi). Trump will die ersten Dosen im Oktober kurz vor der Präsidentschaftswahl, als finalen Wahlkampfhit.

China ist in der Entwicklung eines Impfstoffs mit vorne dabei, schlägt aber immer wieder eine internationale Kooperation vor. Sechs Impfstoffkandidaten in China gegen das neuartige Virus befinden sich derzeit in der klinischen Testphase. Fünf davon sind rein inländisch, der sechste Kandidat ist eine Kooperation der chinesischen Firma Fosun mit dem deutschen Unternehmen BioNTech und dem US-Pharmakonzern Pfizer. Chinas Präsident Xi Jinping kündigte auf der WHO-Jahresversammlung im Mai an, dass China im Falle eines Durchbruchs bei der Entwicklung eines Impfstoffes diesen als „globales öffentliches Gut“ zur Verfügung stellen werde. Auf diese Weise soll der Impfstoff für Entwicklungsländer bezahlbar und zugänglich gemacht werden, sagte er. Zudem kündigte er Hilfsgelder von zwei Milliarden Dollar für diese Länder an.

Kampf gegen die Rezessions-Pandemie

Die Corona-Seuche hat auch in der Volksrepublik eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Für das erste Quartal dieses Jahres meldete das Statistikamt (NBS) einen Einbruch des BIP von minus 6,8 %. Die Zahlen für März und noch mehr April können als Hoffnungsschimmer gewertet werden, doch erweist sich der Neustart insgesamt als schwierig. Nicht zuletzt wegen der globalen Rezession.

Hierzu einige Kennziffern: (alle Zahlen bezogen auf den entsprechenden Vorjahreszeitraum)

Mai: Exporte + 1,4%; Importe – 12,7%; Außenhandel-Volumen – 4,9% (alles in Yuan berechnet).

Das Plus bei den Exporten im April und Mai ist zum Teil auf die Ausfuhr von medizinischen Gütern zurückzuführen. Vom 1. März bis 31. Mai exportierte China 70,6 Milliarden Gesichtsmasken, 340 Millionen Schutzanzüge, 96.700 Beatmungsgeräte, 225 Millionen Testeinheiten und 40,29 Millionen Infrarotthermometer in mehr als 200 Länder und Regionen.

  • Einzelhandelsumsätze: Jan/Febr: – 20,5%; März -15,8%; April -7,5%.
  • Autoverkäufe: Jan. -20,5%; Febr. -78,7%; März: -40,4%; April -5,6%.
  • Beschäftigung ( in den Städten): Arbeitslosenquote: Jan/Febr: 6,2%; März: 5,8%; April 6,0%. Im Jahresdurchschnitt 2019 lag die urbane Arbeitslosenquote bei 5,3%. Der jetzige Anstieg gegenüber dem Vorjahr bedeutet eine zahlenmäßige Zunahme von 3,1 Millionen Arbeitslosen.

Nach chinesischen Angaben betrug die Gesamtzahl der Beschäftigten in China Ende 2019 770 Millionen. Der Anteil der städtischen Beschäftigten lag bei 440 Millionen. Eine Arbeitslosenquote von 6 Prozent bedeutete über 26 Millionen Arbeitslose. Die Zahl der Wanderarbeiter in den ländlichen Gebieten belief sich im vergangenen Jahr auf insgesamt 290 Millionen. 120 Millionen von ihnen waren im lokalen Gebiet/Region tätig, 170 Millionen gingen überregional einer Arbeit nach. Von den Gesamtbeschäftigten entfielen 25,1% auf den Primär-Sektor (Landwirtschaft), 27,5% auf den Sekundärsektor (Industrie) und 47,4% auf den tertiären Sektor (Dienstleistungsbereich).

Damit ist jedoch das Arbeitslosenproblem noch nicht erschöpft. Bisher konnten bei weitem noch nicht alle der 290 Millionen Wanderarbeiter, die zur Landbevölkerung gezählt werden, an ihre vorherigen Arbeitsplätze in Stadt und Land (z.B. Infrastrukturarbeiten) zurückkehren. Diese Menschen müssen jetzt von ihren Familien in den Dörfern zusätzlich ernährt werden. Die Schätzungen gehen hier bis zu 100 Millionen Wanderarbeiter, die in diesem Jahr noch ohne Job sind.

Der Grund liegt einmal in der generellen Stagnation der Wirtschaft. Zum anderen hatten bis Ende Mai erst 91% der – beschäftigungsintensiven – kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) den Betrieb nach dem durch Covid-19 verursachten Shutdown wieder aufgenommen; andere fahren noch mit einer geringeren Auslastung als zuvor. Yao Jinbo, Abgeordneter des NVK, forderte mehr Unterstützung für die KMU, da sie von der Pandemie hart getroffen seien, aber mittlerweile die wichtigsten Säulen der Beschäftigung sind. Nach chinesischen Angaben sind die KMU (Klein- und mittlere Unternehmen) für 60% des BIP-Wachstums, 80% der städtischen Beschäftigung, 70% der technologischen Innovationen und 50% der Steuereinnahmen verantwortlich

Hinzu kommt, dass der Dienstleistungssektor, der in den vergangenen Jahren in China stark expandierte (wertmäßiger Anteil am BIP: 2010: 44,2% – 2018: 52,2%) und in dem die meisten neuen Arbeitsplätze entstanden, besonders unter Lockdown und Beschränkungen litt und noch leidet: Hotel- und Gaststättengewerbe, Reisen und touristische Ziele, Luft- und Schienenverkehr, Taxigewerbe, Wellnessbereiche, Körperpflege, Friseure und Kosmetik etc.

Auf dem NVK wurde deshalb von Regierungsseite immer wieder betont, dass die „Stabilisierung der Beschäftigung“ an erster Stelle der „Sechs Prioritäten“ stehe, die der Kongress beschloss. Dazu soll die Zahl der Beschäftigten 2020 um mehr als 9 Millionen steigen und die Arbeitslosenquote die 6 Prozent-Marke nicht überschreiten. Die Zahl der neu geschaffenen Jobs von 13,5 Millionen war im Vorjahr allerdings weit höher!

Die chinesische Wirtschaft hat es beim Neustart mit einer erheblichen Nachfragedelle zu tun. Der Konsum springt nicht so an, wie nach Aufhebung des Lockdowns erhofft. Die Konsumausgaben der Bevölkerung aber waren seit der schrittweisen Umstellung auf ein neues Wachstumsmodell im 13. Fünfjahrplan (2016 bis 2020) der größte Wachstumstreiber: Sie generierten zwischen 56 und 59 Prozent des BIP-Wachstums. Doch mit der Epidemie wurden die Chinesen wieder zurückhaltender beim Geldausgeben, sie sparten mehr.

Verstärkt wird diese Tendenz durch die geringere Kaufkraft infolge quarantänebedingter Lohneinbußen, der erhöhten Arbeitslosigkeit bei den städtischen Beschäftigten und Wanderarbeitern. Lediglich die Verkaufszahlen bei Autos und Handys (April: 41 Mio. Smartphones ausgeliefert: + 14,2% gegenüber Vorjahr), sind ab März wieder rasant angestiegen, z.T. ebenfalls coronabedingt. Nach VW-Vorstandsboss Diess sind „in China sechs von zehn Neuwagenkäufern Erstkunden“, die noch nie ein eigenes Auto besaßen. Sie kaufen sich ein eigenes Auto, um dem Risiko der Corona-Ansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln zu entgehen, mit der Folge von Kollateralschäden bei Klima und Atemluft.

Aus all dem wird deutlich, dass die Konjunktur in China nicht V-förmig verlaufen wird, wie erhofft: Steiler Aufstieg nach starkem Absturz. Gerechnet wird jetzt mit einer U-förmigen Entwicklung, d.h. einem langsameren Aufstieg aus der Talsohle. Schlimm wäre eine L-Entwicklung: Absturz und langes Verweilen in der Talsohle, wie sie den Ökonomien westlicher Industrieländer droht.

2020 – erstmals kein zahlenmäßiges Wachstumsziel

Beim NVK, der normalerweise im März tagt, wird üblicherweise das quantitative Wachstumsziel für die Wirtschaftsleistung bekanntgegeben und beschlossen. Das war beim diesjährigen Kongress erstmals nicht der Fall. „Es sei angemerkt, dass wir uns kein konkretes Ziel für das Wirtschaftswachstum für das ganze Jahr setzen“, sagte Premierminister Li Keqiang beim Vortrag des Tätigkeitsberichts der Regierung. „Der Hauptgrund dafür liegt darin, dass die weltweite Epidemie und die Lage der Wirtschaft und des Handels sehr große Unwägbarkeiten in sich bergen“. Jörg Wuttke, BASF-Manager und Präsident der EU-Handelskammer in China in einem MERICS-Interview: „Ein offizielles Wachstumsziel ist zur Förderung des gesellschaftlichen Wohlstands nicht erforderlich. Einmal auf eine Vorgabe zu verzichten, ist für Präsident Xi Jinping deshalb überhaupt kein Problem, zumal er die Bedeutung des BIP-Ziels schon seit Jahren herunterspielt. Xi ist stattdessen ein großer Befürworter der ‚hochwertigen Konjunkturentwicklung‘“. Auf der Pressekonferenz zum Abschluss des NVK sagte Ministerpräsident Li Keqiang allerdings, dass die Regierung für 2020 ein positives Wachstum erwartet. Dies ist zur Erfüllung der obersten „Priorität“, Sicherung der Beschäftigung und Schaffung von 9 Millionen neuen Arbeitsplätzen auch erforderlich. Statt eines Wachstumsziels wird zur Sicherung der sechs Prioritäten“ aufgerufen, im Regierungsbericht als „Sechsfache Stabilisierung“ und die „Sechsfache Gewährleistung“ hervorgehoben: Stabilisierung der Beschäftigung/Arbeitsplätze, Sicherung des Lebensstandards der Bevölkerung, Markt ankurbeln und Entwicklung neuer Marktteilnehmer, Lebensmittel- und Energiesicherheit, Stabilität der Liefer- und Versorgungsketten, Harmonie des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Das Schwellenland China wäre damit 2020 die einzige große Volkswirtschaft mit einem positiven Wachstum, wie auch aus den jüngsten Global Economic Prospects der Weltbank vom 8. Juni hervorgeht. Danach schrumpft die Weltwirtschaft noch weit stärker als Mitte April vom IWF vorhergesagt, nämlich um minus 5,2% (IWF – 3 Prozent). Für China prognostiziert die Weltbank + 1,0%, für Indien – 3,2%. Die USA und die Eurozone befinden sich im Sturzflug: USA – 6,1%, Euroraum – 9,1%. Japan – 6,1%; Industrieländer zusammen: -7%. Die Folge dieser Entwicklung wäre eine gravierende Verschiebung der ökonomischen Gewichte und Kräfteverhältnisse. Der chinesische Markt würde dadurch noch attraktiver für westliche Unternehmen; sie sich werden etwaige De-Investitionen und Verlagerungen von Lieferketten zweimal überlegen. Jörg Wuttke: „Der Markt ist für europäische Unternehmen zu wichtig, um ihn zu verlassen“. Die Volksrepublik ist jetzt die einzig verbliebene globale Wachstumslokomotive, allerdings mit wenig Dampf. Im vergangenen Jahr hatte sie bereits Anteil von 46,3% am weltweiten Wirtschaftswachstum, also am Weltmarkt-Zuwachs.

China hat bisher nur ein relativ kleines Konjunkturprogramm aufgelegt. Westliche Beobachter hofften auf ein chinesisches Konjunkturpaket in der Dimension wie zu Zeiten der Finanzkrise. Damals rettete China mit einem Konjunkturprogramm von 14% des BIP die Weltwirtschaft, zog insbesondere mit dem damit verbundenen Rohstoffbedarf die Schwellenländer mit aus der Krise.

Jetzt beschränkt sich China auf einen konjunkturpolitischen Mix aus Steuer- und Abgabenerleichterungen für Unternehmen, Mehrwertsteuersenkungen, Krediterleichterungen für Klein- und Mittelunternehmen (KMU), Konsumgutscheine und einem Konjunkturpaket, eher in der Größenordnung eines Konjunkturpäckchens.

Letzteres wurde auf dem Volkskongress beschlossen und hat einen Umfang von umgerechnet, 128 Milliarden Euro; knapp ein Prozent des BIP. Das etwa gleich große Konjunkturpaket der Bundesregierung – 130 Milliarden Euro- macht über drei Prozent des deutschen BIP aus.

Das chinesische Konjunkturprogramm bleibt also diesmal weit hinter den entsprechenden Programmen Deutschlands, Japans und auch den USA zurück. Es ist insbesondere kein Hilfspaket für die Welt, wie noch in 2009. China will offenbar sein konjunkturpolitisches Pulver trocken halten, um nachlegen zu können, falls sich die globale Wirtschaftskrise weiter zuspitzt. Auch die Gefahr einer zweiten Infektionswelle schließt die Regierung nicht aus und will dafür Finanzreserven vorhalten. Zum Schuldenmachen ist noch Luft nach oben. Die Staatsschulden sind mit 56% des BIP (2019) relativ niedrig (USA 106%). Problematisch sind die Unternehmensschulden; 2018: China 153%; USA 74%.

Die chinesische Gesamtverschuldung ist zwar hoch, die Auslandsverschuldung aber gering, China schuldet anderen Ländern fast nichts. Umgekehrt stehen die USA allein gegenüber China mit über einer Billion Dollar in der Kreide. Die gesamten Devisenreserven Chinas betragen drei Billionen Dollar.

Alle chinesischen Konjunkturstimuli zusammen schlagen mit etwa 5% des BIP zu Buche. Sie erhöhen das Haushaltsdefizit von 2,8% des BIP im Vorjahr auf nun 3,5% in 2020. Diese „sanften Konjunkturmaßnahmen“ hängen auch damit zusammen, dass China den Einbruch seiner Wirtschaft fast ausschließlich coronabedingt betrachtet: Als Folge von Lockdown und Shutdown plus die aktuellen Vorsichtsregeln.

Die kapitalistischen Metropolen standen dagegen bereits im Jahr 2019 am Rande einer Rezession. Das Virus war der „Auslöser und Verschärfer des Crashs“. Entsprechend panikartig und unkoordiniert sind die Reaktionen der westlichen Regierungen. Doch, anders als 2009, klotzen sie diesmal bei den Konjunkturstimuli.

In den USA schlagen die Konjunkturprogramme mit einem Anteil von 12 Prozent (2009: 5%) am BIP zu Buche, in Deutschland mit knapp 35 Prozent (2009: 2,0%), Japan über 21% (2009: 2,0%) Frankreich 15% (2009: 1,3%), Großbritannien 19% (2009: 1,3%); – China 4% (2009: 14%). (Zahlen 2020 IWF/Stand April; 2009, Dekabank).

Mit dem chinesischen Konjunkturpaket sollen vor allem Investitionen in das öffentliche Gesundheitswesen und die Infrastruktur getätigt werden. Aber nicht primär in die traditionelle Infratstruktur. Diese Investitionen habe die Volksrepublik schon zur Bewältigung der Finanzkrise 2009 realisiert, wie Jörg Wuttke anmerkte. „Jetzt haben sie die besten Flughäfen der Welt, die besten Eisenbahnverbindungen … Da ist nicht mehr viel zu holen“. Die Chinesen sprechen daher von der „Infrastruktur neuen Typs“, in die investiert werden soll: Gemeint ist damit Informationsnetze der nächsten Generation zu entwickeln, 5G-Anwendungen zu erweitern, Ladestationen und den Einsatz von Elektrofahrzeugen zu fördern, neue Urbanisierungsinitiativen zu starten, zur industriellen Modernisierung beizutragen. Chinas Wirtschaft soll sich von einer investitions- zu einer innovationsgetriebenen Wirtschaft wandeln.

China wird so zur großen Ökonomie mit der modernsten Infrastruktur, im traditionellen und digitalen Bereich. Dies wird sich so beschleunigen, was Trump unter allen Umständen verhindern wollte: „Made in China 2025“ – der Aufstieg der Volksrepublik zur Weltspitze in zentralen Technologiebereichen. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur wird sicherlich auch ein Kernstück des neuen, des 14. Fünfjahrplans 2021 bis 2025.

„Jahrhundertziele“ sollen erreicht werden

Die KP Chinas hat sich auf früheren Parteitagen ambitionierte Langfrist-Ziele gestellt; zwei sollen bis zum Hundertsten Jahrestag der Gründung der Partei am 23. Juli 1921 in Shanghai erreicht werden. Bis dahin soll das Land einen „umfassenden bescheidenen Wohlstand“, mit einem pro-Kopf-Einkommen von 12.000 Dollar erreichen. Bis 2049, zum Hundertsten Jahrestag der Gründung der Volksrepublik, soll China dann ein „modernes sozialistisches Land“ sein und an die Spitze der starken Industriestaaten treten.

Auf dem Nationalen Volkskongress erklärte Li Keqiang, dass man trotz Corona an dem Ziel für 1921 festhalte. Im 12. und 13. Fünfjahrplan (2011 – 2015 und 2016 – 2020) war als finale Kraftanstrengung für dieses Ziel geplant, die Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 gegenüber 2010 zu verdoppeln. Bis einschließlich 2019 war man damit im Plan. Zur Erfüllung wäre 2020 dafür noch ein Wachstum von etwa fünf Prozent nötig gewesen. Wegen der wirtschaftlichen Verlangsamung während der Pandemie dürfte das Ziel „Verdoppelung“ jetzt knapp verfehlt werden. Nach unseren Berechnungen werden bei einem Wachstum von 1% für das Jahr 2020 nur 97% der FJP-Vorgabe erreicht. Das Gesamtziel bis Juli 2021 aber bleibt bestehen.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass sich die durchschnittlichen jährlich verfügbaren pro-Kopf-Einkommen der städtischen Haushalte von 2009 bis 2019 mehr als verdoppelt haben: sie stiegen um 146% nominal und 117% real.

2020 – Beseitigung der extremen Armut

Zu Hundert Jahre KP China und über 70 Jahre Volksrepublik gehört auch der hartnäckige Kampf gegen die Armut im einst ärmsten großen Land der Welt. Im Tätigkeitsbericht der Regierung für 2019 heißt es dazu lapidar: „Die Zahl der armen Landbewohner wurde um 11,09 Millionen verringert und die Armutsquote sank auf 0,6 Prozent“. „Seit 2012 hat China mehr als 93 Millionen Bewohner ländlicher Regionen aus der Armut geführt. Letztes Jahr hat es noch 5,51 Millionen Menschen gegeben, die unterhalb der Armutsgrenze lebten“. Die gänzliche Beseitigung der extremen Armut bis Ende 2020, an diesem Jahrhundertziel hat der NVK ausdrücklich festgehalten. Keine einfache Vorgabe, obwohl es „nur“ noch gut fünf Millionen Menschen sind. Es dürfte sich dabei um kompliziertere Fälle handeln. Außerdem besteht die Gefahr eines Rückfalls in die Armut, falls die Wirtschaft längere Zeit stagniert. Das schmälert nicht den bisherigen Erfolg: 1978, zu Beginn der Öffnungspolitik lebten in China 770 Millionen Menschen in extremer Armut. In etwas mehr als 40 Jahren wurden sie von diesem Schicksal befreit. Eine historisch einmalige gesellschaftliche Leistung.

Beseitigung der Armut und signifikante Steigerung des Lebensstandards für die gesamte Bevölkerung, selbst der china-kritische Spiegel kommt nicht umhin, diesen Erfolg anzuerkennen: „Noch nie in der Geschichte der Menschheit hat ein großes Land in so kurzer Zeit einen so dramatischen Wohlstandsgewinn verzeichnet“.

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