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Aktualisiert: vor 6 Stunden 17 Minuten

Bundeswehrauftritt bei der Süderelber Berufs- und Ausbildungsmesse

So, 14/05/2017 - 13:00

Bei der 4. Runde 2017 der Berufs- und Ausbildungmesse Süderelbe beim Fußballclub FCS Süderelbe in Fischbeck wurde erneut die Bundeswehr eingeladen.
Auch wenn wir es von BoB (Bündnis Bildung ohne Bundeswehr) grundsätzlich gut heißen, dass auch Sportclubs sich darum bemühen Jugendlichen Möglichkeiten für ihren Berufs- und Ausbildungsweg aufzuzeigen, üben wir harte Kritik daran, dass sie die Bundeswehr erneut eingeladen haben und der Truck der Bundeswehr mit Abstand der größte Stand auf der ganzen Messe war. Direkt am Eingang standen 2 Offiziere und konnten die Jugendlichen bereits vor dem betreten der Halle für sich gewinnen, haben ihnen aufregende Geschichten erzählt, u.a. mit welchen Waffen sie hantieren, um sie direkt rfür den Dienst an der Waffe begeistern zu können. Gerade bei Jungs fand diese Angebot großen Anklang. Sie schmückten sich mit camouflage Schlüsselanhängern und Taschen mit dem Aufdruck „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“.

Wir von BoB waren trotz Ärgernis des Verandstalters, unter anderem mit einem Sarg zum Probeliegen, vor Ort und haben mit den Jugendlichen über den Dienst an der Waffe gesprochen und sie darauf hingewiesen, dass sie sich bei ihrer Berufs- und Ausbildungswahl gut informieren sollten, statt sich täuschen zu lassen von vermeindlich aufregenden Job- und Ausbildungsangeboten.

Wir fanden viel Zuspruch und haben mit dem Sarg sehr viel Irritation hervor rufen können.
Die Bundeswehr ist kein normaler Arbeitgeber und darf bei solchen Veranstaltungen nicht präsent sein und Jugendliche überwältigen. Die zivilen Stränge innerhalb des Bundeswehr müssen ausgelagert werden und die Bundeswehr als Ganzes gehört abgeschafft!

Video zu Protesten gegen Bundeswehr beim 828. Hafengeburtstag

So, 07/05/2017 - 00:09

Der alternative Sender graswurzel.tv hat die Proteste gegen die Bundeswehr bei 828. Hafengeburtstag und das unverhältnismäßige Eingreifen der Feldjäger mit einem kurzen Videoclip dokumentiert:

„Wir wollen Eure Kriege nicht!“

Sa, 06/05/2017 - 23:09

Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ protestiert gegen die Bundeswehr auf dem 828. Hafengeburtstag

Am Samstag haben AntimilitaristInnen an der Überseebrücke auf St. Pauli mit vielfältigen Aktionen gegen den Auftritt der Bundeswehr im Rahmen des 828. Hamburger Hafengeburtstags protestiert.

Zwei Kletterer enterten während des „Open-Ship“-Besuchsprogramms die Schiffsbefestigung des Einsatzgruppenversorgers „Bonn“ der deutschen Marine und brachten dort ein 4×1,50m großes, rotes Transparent an. Die Aufschrift des Transparentes in weißen Lettern lautete: „Wir wollen eure Kriege nicht – Bildung ohne Bundeswehr“. Die Klettertruppe wurde von weiteren AktivistInnen mit Transparenten („Bundeswehr Auftritte stoppen – Kein Werben fürs Töten und Sterben“, „Bundeswehr abschaffen“) und Sprechchören, z.B. „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“, und mit Aktionstheater vom Steg unterstützt. Außerdem verlas eine Aktivistin eine Liste der Bundeswehr-Skandale der jüngeren Vergangenheit.

Die Feldjäger der Bundeswehr waren sichtlich überfordert mit den kreativen antimilitaristischen Protesten. Sie entfernten einige Aktivisten teils unter Einsatz roher Gewalt vom Ponton vor dem Militär-Schiff. „Das Vorgehen der Militärpolizei war vollkommen unverhältnismäßig“, kommentierte Alison Dorsch, Sprecherin des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“, die rüde Gangart der Soldaten. „Der Einsatz straft den Bundeswehrslogan ‚Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst‘ Lügen und zeigt das wahre Gesicht des Militärs.“

Zum Hintergrund der Aktion erklärte Dorsch: „Wir wollen die Werbung um öffentliche Akzeptanz für Militarismus und Kriegseinsätze sowie die Rekrutierung für den Dienst an der Waffe nicht hinnehmen. Die Bundeswehr macht auf dem Hafenfest jährlich Reklame für das Kriegshandwerk und für die Kriege, die sie für im Interesse deutschen Wirtschaft und Politik führt.“

Vertreter der Bundesregierung, darunter der ehemalige Bundespräsident Gauck, Bundesverteidigungsministerin von der Leyen (CDU) und Ex-Außenminister Steinmeier (SPD), forderten in den letzten Jahren unisono, dass die Bundesrepublik global auch militärisch „mehr Verantwortung“ übernehmen müsse. Zur Zeit ist die Bundeswehr in 16 Auslandseinsätzen mit rund 3.200 Soldaten im Einsatz.

„Anstatt sich öffentlich für Wehrmachtsverherrlichung und ein mutmaßliches neo-faschistisches Netzwerk in den eigenen Reihen zu entschuldigen“, ergänzte BoB-Sprecherin Dorsch mit Blick auf den aktuellen Bundeswehr-Skandal, „wirkt die Bundeswehr wie in den Jahren zuvor hemmungslos am Hafengeburtstag auf eine Militarisierung der Zivilgesellschaft hin, die wir nicht akzeptieren können und wollen.“

Hamburger Ostermarsch 2017

Mo, 17/04/2017 - 17:54

Ostern gehen bundesweit tausende auf die Straße, um gegen Krieg, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Militarismus, Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte zu demonstrieren. In Hamburg hatte das Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung unter dem Motto „Den Kriegen zum Trotz: Frieden jetzt! Sofort!“ zur Demonstration am Ostermarsch aufgerufen. Dem Aufruf folgten rund 1.500 Menschen. Es ging vom St.-Georgs-Kirchhof zur Abschlusskundgebung auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz, wo auch das Friedensfest im Anschluss stattfand.

Wir haben während der Zwischenkundgebung eine kurze Rede halten dürfen, die wir im Folgenden dokumentieren:

Rede für den Ostermarsch 2017

Liebe Friedensbewegte, Liebe GenossInnen!
Ich möchte heute über drei Tatsachen reden, denen wir als Friedensbewegung ins Auge sehen müssen – auch wenn sie noch so schmerzlich sind.
Erste Tatsache: Unser Protest, unsere Arbeit als Friedensbewegung ist noch immer unabdingbar. Noch immer und immer wieder stürzen die kapitalistischen Großmächte die Welt in Krieg und Elend: Irak, Afghanistan, Syrien, Mali, Ukraine, Jemen – die Liste ist lang. Dass Obama, der als erster Präsident zwei komplette Amtszeiten dauerhaft Kriege geführt hat, mit dem Friedensnobelpreis bedacht wurde, ist ein schlechter Witz. Aber auch bei der Europäischen Union ist der Friedenspreis vollkommen fehl am Platz. Mit dem zerstörerischen Potenzial und der kriegerischen Praxis der USA kann die Europäische Union zwar nur in ihren Träumen mithalten. Und doch organisiert sie die zunehmende militärische Zusammenarbeit zwischen ihren Mitglieds- und Anrainerstaaten. Sie plant, finanziert und treibt multinationale Rüstungs- und Kriegsprojekte voran. Solange die Herrschenden in Politik und Wirtschaft ihre Macht und ihren Profit mit kriegerischen Interventionen sichern, müssen und werden wir weiter auf die Straße gehen, um dagegen zu protestieren. Kein Frieden mit der NATO! Kein Frieden mit der Europäischen Union!

Zweite Tatsache: Mit ihrer allgegenwärtigen Kriegspropaganda ist uns die Bundeswehr in Sachen Öffentlichkeitsarbeit um Längen vor raus. Und zwar am deutlichsten im Bereich der Jugendarbeit. Die Bundeswehr ist leider nicht die einzige Institution mit einem Nachwuchsproblem. Auch wir als Friedensbewegung müssen uns fragen, wie wir mehr junge Menschen für unsere Sache begeistern können. Dabei sehen wir uns unter anderem Millionen schweren PR-Kampagnen, professionellen PropagandistInnen und bundesweit organisierten, öffentlichen Großevents gegenüber. Widerstand gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner macht keinen Spaß. Er ist entmutigend, anstrengend und zäh – aber er ist notwendig! Zweifelsohne: die KriegstreiberInnen stehen finanziell und materiell besser da als wir. Darüber dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir einen entscheidenden Vorteil haben: Ich habe noch nie erlebt, dass mir jemand ernsthaft erzählt, dass Krieg auch seine schönen Seiten hat. NIEMAND will Krieg! So gesehen stehen die Werbeagenturen der Bundeswehr vor einer enormen Aufgabe. Wir als Friedensbewegung haben es da um einiges leichter. Wir müssen niemanden erst noch davon überzeugen, dass Frieden an sich eine gute Sache ist. Was wir machen müssen, ist den Menschen zu zeigen, dass was sie wollen, möglich ist. Anders als die Bundeswehr müssen wir die Menschen nicht dazu bringen, gegen ihre Interessen für unsere Ziele zu kämpfen. Wir müssen sie nur dazu bringen, für ihr EIGENES Interesse einzustehen. Denn unser Ziel, der Frieden, IST ihr Interesse!
Wie begeistern wir also Jugendliche für unsere Sache? Wir müssen sie daran erinnern, dass unsere Sache auch die ihre ist und wir müssen sie in die Lage versetzen, über Hindernisse hinweg für ihre Sache einzutreten. Nur so werden sie den Frieden im Labyrinth der allgegenwärtigen Kriegspropaganda nicht wieder aus den Augen verlieren. Vor Schulen, Jobmessen, auf dem Hafengeburtstag, am Tag der Bundeswehr – egal wo die Militärs auch aufschlagen, wir müssen vor Ort sein, um ihre Lügen von der humanitären Verteidigungsarmee nicht unbeantwortet zu lassen – um dort zu sagen: Keinen Frieden mit einer imperialistischen Angriffsarmee! Kein Frieden mit der Bundeswehr!

Dritte Tatsache: Gegen Krieg aktiv zu sein ist wichtig, aber es ist nicht genug. Denn Frieden bedeutet mehr als das Ende des offenen Kriegs. Solange Menschen, Tiere und Natur weltweit für Profit ausgebeutet werden, kann es keinen Frieden geben. Solange die Herrschenden um Rohstoffe, billige Arbeitskräfte und schnelle Handelsrouten konkurrieren, wird es keinen Frieden geben. Krieg und Kapitalismus müssen nicht nur zusammen verstanden, sondern können auch nur zusammen überwunden werden. Solange wir nicht in einer befreiten Gesellschaft ohne Krieg und Ausbeutung leben, werden wir weiter auf die Straße gehen, um sie einzufordern! Kein Frieden mit dem Kapitalismus! Danke.

Wir wollen Eure Kriege nicht! Veranstaltungsreihe zu G20

Di, 07/03/2017 - 00:22

Anfang Juli treffen sich RegierungsvertreterInnen der „Gruppe der 20“ (G20) auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mit freundlicher Unterstützung des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz (SPD) in Hamburg. Die führenden politischen RepräsentantInnen des globalen Kapitalismus versammeln sich in der Hansestadt, um die weltweite ökonomische Ausbeutung und politische Herrschaft in ihrem Sinne zu organisieren.
Dies geht nicht gänzlich widerspruchsfrei. Sobald die politischen und ökonomischen Interessen des westlich-imperialistischen Blocks dies- und jenseits des Atlantiks nicht friedlich erfüllt werden können, sorgen US-amerikanische GIs und europäische SoldatInnen im Nahen Osten (Irak, Afghanistan, Syrien, Jemen), in Afrika (Libyen, Somalia, Mali, Elfenbeinküste) oder Osteuropa (Ukraine) für ihre Durchsetzung. Der permanente Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln und im Namen von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ist auch für die herrschende Klasse der Bundesrepublik mittlerweile so normal wie in George Orwells düstersten Vorstellungen.
Das Repertoire des westlichen Imperialismus erschöpft sich allerdings nicht in Militäreinsätzen. NATO und EU unterminieren z.B. auch die – mitunter autoritäre – Herrschaft unliebsamer Staatsoberhäupter, indem sie Oppositionelle und „bunte“ Bewegungen sponsern, während sie ihre Widersacher, etwa Wladimir Putin oder Baschar Al-Assad, dämonisieren, delegitimieren und deren Handeln anhand doppelter Standards bewerten. Reicht dies nicht aus oder ist es nicht möglich, unterstützen die FührerInnen der „freien Welt“ autoritäre Regime, wie z.B. in der Türkei und den Golfmonarchien, politisch, mit Waffen und Geld. Außerdem unterhalten sie Marionettenregierungen, unter anderen in Kiew, Kabul oder Bagdad ebenso wie islamistische Organisationen in Syrien, schicken Militärberater- und -ausbilderInnen, z.B. nach Mali oder Somalia, und statten ihre Verbündeten mit Geheimdienstinformationen aus. Parallel dazu werden in Metropolen wie den USA oder der BRD Polizei, Geheimdienste und Militär mit neuen Waffen bzw. Technologien und Befugnissen ausgestattet, um Angst zu schüren, Unmut auf Sündenböcke umzuleiten und Protest im Keim zu ersticken.
Die Leidtragenden des internationalen Wettlaufs um Absatzmärkte, natürliche Ressourcen, billige Arbeitskräfte und geostrategische Einflusssphären sind nahezu immer dieselben: allen voran die arbeitenden und marginalisierten Bevölkerungen in den Peripherien des kapitalistischen Weltsystems und die ohnehin geschwächten progressiven Bewegungen. Gleichzeitig werden die natürlichen Lebensgrundlagen zunehmend zerstört.
Anlässlich des Besuchs der politischen Verantwortlichen für den Flächenbrand im Nahen Osten und Osteuropa, die Zuspitzung der imperialistischen Konkurrenz um Afrika und die Militarisierung nach Innen und Außen werden wir über die Hintergründe, die Interessenlagen und die Kriegsursachen einzelner internationaler Konflikte sowie die militärische Aufrüstung in Deutschland im Rahmen einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe informieren. Für die Wut auf die politischen und ökonomischen Charaktermasken der kapitalistischen Produktionsweise und den notwendigen Protest gegen den G20-Gipfel in Hamburg gibt es viele gute Gründe – man muss sie nur kennen!

Den Flyer zur Veranstaltungsreihe gibt es hier.

Ziemlich beste Freunde – Die Golfmonarchien und der Westen
Dienstag, 28. März 2017, 19 Uhr
Gerd Schumann (Berlin)
Ort: Magda-Thürey-Zentrum (MTZ), Lindenallee 72

In nahezu jedem Konflikt im Nahen Osten spielen die Golfmonarchien eine zentrale Rolle. Laut Ex-US-Außenministerin Hillary Clinton unterstützen Saudi-Arabien und Katar den „IS“ finanziell und logistisch, unter anderem für dessen Kampf im Syrien-Konflikt. Im Jemen intervenierte das saudische Königshaus jüngst in den Bürgerkrieg. Den „Arabischen Frühling“ im Nachbarstaat Bahrain ließ es vom Militär blutig niederschlagen. Gegen den gemeinsamen Feind Iran suchen die Regierungen Israels, Saudi-Arabiens und Kuwaits sogar den Schulterschluss. Trotz oder möglicherweise auch gerade wegen dieser Verwicklungen und ungeachtet der hinlänglich bekannten despotischen Herrschaftssysteme pflegen die westlich-imperialistischen Staaten seit langer Zeit gute Beziehungen mit den Königen am Golf – frei nach dem Motto: „Er ist ein Bastard, aber er ist unser Bastard“. Gerd Schumann analysiert, welche Rolle die Golfmonarchien für den westlichen Imperialismus spielen, warum die „westlichen Werte“ dabei keine Rolle spielen und welche Interessen die Herrschaftshäuser selbst im Nahen Osten verfolgen.

Go East? Zum Status quo des Ukraine-Konflikts
Donnerstag, 27. April 2017, 19 Uhr
Kai Ehlers (Hamburg), Susann Witt-Stahl (Hamburg)
Ort: Magda-Thürey-Zentrum (MTZ), Lindenallee 72

Kaum etwas hat die ökonomischen und politischen Eliten in Deutschland in den vergangenen Jahren außenpolitisch derart in Aufruhr versetzt wie die Folgen des von ukrainischen (zum Teil faschistischen) Neoliberalen unterstützten Vorstoßes der EU und NATO nach Osten. Teile der ukrainischen Bevölkerung und Russland haben sich den Bestrebungen Deutschlands und der USA widersetzt, die Ukraine wirtschaftlich und geopolitisch in den westlichen Einflussbereich zu integrieren. Im 2016 publizierten Weißbuch der Bundeswehr wird der Ukraine-Konflikt gar als „eine der schwersten Krisen europäischer Sicherheit seit Ende des Kalten Krieges“ bezeichnet. Die Verantwortung dafür wird hierzulande einseitig Russland zugewiesen. Unsere ReferentInnen Kai Ehlers und Susann Witt-Stahl untersuchen das Gemenge imperialistischer Interessen und ihrer Durchsetzung, informieren über die neoliberale Politik der pro-westlichen Regierung in Kiew, berichten von den im Winter 2016/2017 erneut intensivierten Kämpfen im Donbass und geben eine Einschätzung der Lage des kommunistischen und antifaschistischen Widerstands in Kiew sowie in den international nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk.


Afrika im Fadenkreuz westlicher Interessenpolitik?
Donnerstag, 11. Mai 2017, 19 Uhr
Werner Ruf (Kassel)
Ort: Curio-Haus, Rothenbaumchaussee 15, Hinterhaus

Afrika gerät zunehmend in den Fokus der Interessenpolitik kapitalistischer Zentren. In den „Afrikapolitischen Leitlinien“ der Bundesregierung werden die „Chancen“ für die deutsche Wirtschafts- und Machtpolitik in Afrika angepriesen, während hiesige Unternehmerverbände auf die politische Absicherung von Kapitalexporten drängen. Der Bundeswehreinsatz in Mali ist mittlerweile zur umfangreichsten Intervention des deutschen Militärs ausgeweitet worden, eine deutsche Militärbasis im Niger ist in Planung. Frankreich versucht derweil – teils als EU-Partner, teils in Konkurrenz zur BRD – seinen historisch beanspruchten Einfluss in „Françafrique“ aufrecht zu erhalten. Schon 2007 haben die USA ihre Militärpräsenz im Rahmen des regionalen Africa Command (Africom) ausgebaut. Einig sind sie sich trotz Konkurrenz und Divergenzen darin, dass Afrika ins westliche Herrschaftssystem eingegliedert bleiben- und der ökonomische und zunehmend auch politische Einfluss Chinas zurückgedrängt werden soll. Werner Ruf analysiert unter schwerpunktmäßiger Betrachtung der Entwicklungen in Mali und Niger die Afrikastrategien der imperialistischen Mächte und ihre Konsequenzen.

Ein „Akt der Barbarei“? Der Syrien-Krieg nach Aleppo
Dienstag, 20. Juni 2017, 19 Uhr
Karin Leukefeld (Bonn)
Ort: Club!Heim, Sternschanze 4 (im Schanzenpark)

Kurz vor Weihnachten 2016 ließ sich die US-amerikanische UN-Botschafterin Samantha Powers vor dem UN-Sicherheitsrat zu der Aussage verleiten, im syrischen Aleppo sei ein „Akt der Barbarei gegen die Zivilbevölkerung“ verübt worden, der in einer Reihe mit den Verbrechen in Ruanda und Srbrenica stehe. Kurze Zeit später, nach der Rückeroberung der Stadt durch die syrische Armee mit Unterstützung Russlands und der Niederlage der westlichen Alliierten, schwiegen plötzlich nicht nur die Waffen in Aleppo, sondern auch die westlichen Regierungen und Medien.
Karin Leukefeld, freie Korrespondentin im Mittleren Osten und seit 2010 in Syrien akkreditiert, wird Hintergründe und die nationalen und internationalen Interessenskonflikte erläutern, die den Krieg in Syrien befeuern und sein Ende blockieren.

Vom Hafengeburtstag bis G20 – Die Bundeswehr im Einsatz an der Heimatfront
Dienstag, 4. Juli 2017, 19 Uhr
Alison Dorsch (Bündnis Bildung ohne Bundeswehr – BoB)
Ort: Internationales Zentrum B5, Brigittenstraße 5

Es ist davon auszugehen, dass die Bundeswehr im Zuge des G20 Gipfels in Hamburg eingesetzt werden wird. Das wäre nach dem OSZE-Gipfel im Dezember 2016 innerhalb von sechs Monaten schon das zweite Mal, dass das Militär im Kontext sozialer Proteste in Hamburgs Straßen aktiv würde. Die Kooperation von Polizei und Militär ist in Deutschland keine Seltenheit. Die beiden staatlichen Repressionsorgane arbeiten routiniert zusammen und die Militärs sind ständig im Inland im Einsatz. Dabei berufen sich die BefürworterInnen dieser Praxis auf das Grundgesetz, das ursprünglich dazu gedacht war, Polizei und Militär strikt voneinander zu trennen. Seit Bestehen der Bundeswehr ist jedoch ein Prozess der schleichenden Ausweitung ihrer Befugnisse zu beobachten. Zurzeit laufen solche Vorstöße vor allem unter dem Schlagwort der „Terrorabwehr“. Die Armee übernimmt an der Heimatfront jedoch nicht allein repressive Aufgaben. Sie arbeitet auch aktiv daran, ihre „Wurzeln nach dem Ende der Wehrpflicht wieder tiefer in die Gesellschaft zu treiben“. Dazu schleppen SoldatInnen Sandsäcke, registrieren Flüchtlinge und geben Unterrichtseinheiten an Schulen. Alison Dorsch gibt einen Überblick darüber, was die SoldatInnen in Deutschlands Straßen dürfen, was sie tatsächlich machen und welche gesellschaftlichen Kräfte davon profitieren.

Zwei Tage Protest gegen Bundeswehr-Präsenz bei der Messe „Einstieg 2017″

Sa, 18/02/2017 - 20:27

Über zwei Tagen haben wir gemeinsam mit vielen FreundInnen und GenossInnen gegen die Bundeswehr-Präsenz bei der „Messe für Ausbildung und Studium“ Einstieg in den Messehalle Hamburg protestiert. Wir haben mehrere tausend Flyer an die Jugendlichen und ihre Eltern verteilt, die zur Messe gegangen sind.

Außerdem haben wir mit zahlreichen Messe-BesucherInnen angeregte Diskussionen über die Kriege von deutschem Boden und unter Beteiligung des deutschen Militärs, über Bundeswehr-Werbung, Rekrutierung Minderjähriger und vieles mehr führen können. Am gestrigen Freitag übernahm sogar eine Gruppe junger kurdischer Frauen für kurze Zeit unsere Anlage und es wurde rund um unseren gut besuchten Infostand getanzt. Der Zuspruch überwog über beide Tage die ablehnenden Reaktionen deutlich. Wir wurden immer wieder darin bestärkt, weiter gegen Kriege, Kriegstreiberei, Hetze in den Leitmedien usw. auf die Straße zu gehen.
Es wird Zeit, dass auch die Ausrichter der Messe einsehen, dass der Dienst an der Waffe kein Beruf wie jeder andere ist, dass es darum geht, Menschen zu töten, zu töten für die Interessen von Unternehmen und die politische Elite dieses Landes. Deshalb fordern wir: Bundeswehrauftritte stoppen! Kein Werben fürs Töten und Sterben!
Vielen Dank an die Friedensinitiative Niendorf, die Deutsche Friedensgesellschaft (dfg-vk) – Regionalgruppe Hamburg, United People Hamburg, das Hamburger Forum und viele andere für ihre Unterstützung.

Antimilitaristischer Hip Hop

Mi, 15/02/2017 - 13:13

Bundeswehr raus aus den Schulen CD – Spezial BoB Neuauflage als mp3 Download mit Chefket, Master Al, Albino, Holger Burner…
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