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Bundeswehr für Cyber-Angriffe bereit
Eutiner Schlossgarten Schauplatz eines militärischen Appells
Panzer für Südostasien
Police Brutality on Liberation Bus Tour 08.05
an die Grün-Rote Landesregierung von Baden-Württemberg
Offene Protestnote an die Grün-Rote Landesregierung von Baden-Württemberg
Polizei schikaniert die Refugees Liberation Bus Tour
Video-Link: http://youtu.be/CyNmLkBns5o
[FFM] Glasbruch bei School of Finance
INICIÓ ESCUELA DE CONFLICTOS CON PARTICIPACIÓN Y DINAMISMO
Hola,
Quienes estuvieron en el encuentro en Asuncion hace algunos anos
se acordaran de Guadalupe y Carolina. Aqui informacion sobre el
Colectivo Casa en Bolivia.
Un abrazo
Javier
Systemtäter
Bundeswehrfreie Schulen erhalten Aachener Friedenspreis
Empire Redux?
Ausstattung der Bundeswehr mit Großwaffensystemen
Zwischenbericht zum Umbau der Bundeswehr vorgelegt
Drohnen: Wie Meinungen mit kreativen Befragungen manipuliert werden
die kirche und der krieg
geistliche des christlichen glaubens (vermutlich die anderen glaubens), die als solche seelsorge an menschen im militär leisten, leben in einem schwierigen spannungsfeld: zum einen der wunsch zur seelsorge als erfüllung eines der höchsten gebote der nächstenliebe an jedem menschen, egal welchen einzelnen hintergrunds. zum anderen die bewahrung, betonung und belebung des christlichen friedensauftrags, der unbedingten feindesliebe und der absoluten gewaltlosigkeit.
die ökumenische initiative “militärseelsorge abschaffen” fordert eine veränderung des jetzigen ist-zustandes der “militärseelsorge”. dafür steht sie im heftigen kreuzfeuer vieler funktionsträger der institutionalisierten christlichen kirchen und vieler menschen, die sich als christen verstehen. deren anfeindungen, wie ich sie auf dem zu ende gegangenen evangelischen kirchentag in hamburg selber erlebt habe, erfuhr ich allerdings in einigen, aber nicht wenigen fällen weder als gewaltfrei noch als christlich. doch das ist zugegebenermaßen mein subjektives empfinden.
die emotionen entzünden sich zumeist an einer falsch verstandenen intention dieser initiative, obwohl sie ihre wünsche und forderungen sehr deutlich darstellt.
extrem komprimiert und ohne irgendeinen anspruch auf korrektheit lautet der anspruch:
weg von einer von der bundeswehr bezahlten seelsorge am militärapparat und hin zu einer unabhängigen und freien seelsorgen an menschen (egal ob diese soldaten oder soldatinnen sind oder nicht). eine seelsorge, die nicht der unterstützung oder aufrechterhaltung von gewalt oder krieg und deren strukturen dient, sondern sich in ihrem tun dem aktiven einsatz für gewaltfreiheit und versöhnung verpflichtet sieht.
die derzeit ca. 200 katholischen und evangelischen geistlichen im dienste der “bundeswehr” werden vom dieser bzw. vom bundesverteidigungsministerium bezahlt und sind damit bundesbeamte. das kostet ca. 30 millionen euro pro jahr. diese geistlichen tragen soldatenuniformen und abzeichen, sie unterstehen formal den vorgesetzten rängen des militärs und selbst wenn ausdrücklich betont wird, dass sie dennoch frei in ihrer entscheidung seien, so lässt sich die auswirkung einer mindestens monetären abhängigkeit mit allen konsequenzen mehr oder weniger nicht-unabhängigen handelns nicht wegdiskutieren. die militärgeistlichen sind eingebettet(embedded”) in die strukturen des militärs, leben in den biwaks und hochgesicherten lagern der soldaten, dürfen das lager nur bewaffnet oder in bewaffneter begleitung verlassen, fahren mit “bundeswehr”-fahrzeugen durch die gegenden und halten ihre tagungen in “bundeswehr”-zentren ab.
eine echte unabhängigkeit von pastoren, pastorinnen und pfarrern ist nicht möglich, ein ehrlicher einsatz zur völkerverständigung, friedensarbeit und interkultureller konfliktbearbeitung wird mindestens sehr erschwert.
zudem belegen öffentliche studien, dass die vielfach betonte große bedeutung der geistlichen für die soldaten einer mär gleicht: nur 1,3% von im rahmen eines auslandeinsatzes befragten soldaten und soldatinnen mochten ihre persönlichen gefühle und ängste einem militärgeistlichen anvertrauen. und das, obwohl bei dieser umfrage mehrfachnennungen möglich waren. (eine wenig-nutzung von seelsorgerlichen diensten kann und darf m.e. nicht unbedingt als argument gegen dieses angebot im gesamten sein. allerdings wird die bedeutung der militärgeistlichen neben den sowieso zusätzlich noch existierenden militärpsychologen in der diskussion häufig verklärend vorgebracht.)
weitere studien zu diesem thema möchte die “bundeswehr” aber nicht veröffentlichen und hält sie unter verschluß.
warum?
ich habe hierzu eine informationsfreiheits-anfrage an das “bundesministerium für verteidigung” gestellt.
im nachfolgenden ein auszug aus einem aufsatz von sylvie thonak mit dem titel “evangelische miltärseelsorge und friedensethik – eine problemanzeige”, der in weiteren teilen hier nachzulesen ist.
Wenn man zwischen einer friedensethischen und einer seelsorgerlichen Legitimation des Einsatzes von Militärpfarrern bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr unterscheidet, muss man aber noch einmal genau hinschauen, worin diese Seelsorge bei Auslandseinsätzen besteht. Zur Häufigkeit seelsorgerlicher Inanspruchnahme der Militärgeistlichen im Auslandseinsatz liegen empirische Studien vor. Glaubt man den Untersuchungen des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr, dann besprachen 54,8 % der Soldaten ihre persönlichen Ängste und Gefühle bei einem Auslandseinsatz mit ihren Kameraden und/oder 46,4 % mit ihrer Partnerin, während nur 1,3% der Soldaten ihre persönlichen Gefühle und Ängste einem Militärpfarrer oder dem Truppenpsychologen vortrugen; während 22,6 % allein damit fertig wurden (Mehrfachnennungen waren möglich). Heiko Biel sprach in diesem Zusammenhang in Anlehnung an Martin Bock vom “Militärpfarrerparadoxon”, denn Militärpfarrer sprechen meist mit hoher Zufriedenheit über ihre Auslastung. Aber Kameraden und die Lebens- und Ehepartner/innen der Soldaten haben nach dieser Studie eine weitaus größere Bedeutung für die Bewältigung von Problemen für Soldaten im Auslandseinsatz als die Militärgeistlichen oder die Truppenpsychologen, von denen es deutlich weniger gibt als Müitärgeistliche. Im Lichte solcher Untersuchungen machen Aussagen wie die oben zitierte, dass “allein die Begleitung” durch einen Militärpfarrer Soldaten ein Gefühl der Legitimität ihres Einsatzes verleiht, nachdenklich. Seelsorge durch Gespräche scheint in dieser Argumentationslinie keine große Rolle zu spielen. Vielleicht liegt die Bedeutung der Begleitung von Auslandseinsätzen tatsächlich v. a. in der Präsenz der Militärgeistlichen. Vielleicht bietet die Anwesenheit der Kirche tatsächlich eine Art unreflektierter Hintergrundslegitimation für das eigene Tun. Man kann nicht einmal ausschließen, dass sie von manchen Soldaten in Grenzsituationen als ein quasi “magischer Schutz” erlebt wird. Interessant wäre die Einsichtnahme in weitere, neuere sozialwissenschaftliche Nutzungsstudien der Militärseelsorge; doch dies ist zurzeit nicht möglich, da sie als interne Gutachten eingestuft werden.
Zwischen der faktischen Legitimation der Auslandseinsätze im gelebten Leben der Militärseelsorge und der Friedensdenkschrift der EKD tut sich dann aber eine deutliche Spannung auf. Im Zentrum der friedensethischen Denkschrift von 2007 steht der Begriff des “gerechten Friedens” als Leitbild und Zielperspektive einer “Ethik rechtserhaltender Gewalt”, die sich von der Vorstellung eines “gerechten Krieges” abgrenzt. In der Denkschrift werden Kriterien und Grenzen für Formen legitimer Gewaltanwendung in äußersten Notsituationen wie z.B. für einen Bundeswehreinsatz formuliert, der dazu dienen soll, Recht zu erhalten. Man darf die Frage stellen: Zöge die evangelische Militärseelsorge ihre Militärgeistlichen wirklich zurück, wenn sich herausstellen sollte, dass ein Bundeswehreinsatz einer Ethik rechtserhaltender Gewalt nicht (mehr) entspricht? Im Blick auf den inzwischen sehr umstrittenen Einsatz in Afghanistan könnte dies die friedensethische Zerreißprobe für die Glaubwürdigkeit der Militärseelsorge in ihrer Berufung auf die Friedensdenkschrift der EKD sein. Den Worten Dörfler-Dierkens ist voll zuzustimmen: “Damit [mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr] sind die Anforderungen an die Militärseelsorge deutlich komplexer geworden: Es reicht nicht mehr aus, neben den Soldatinnen und Soldaten und loyal hinter der jeweiligen politischen Entscheidung zu stehen. Vielmehr müssen die einzelnen Seelsorgerinnen und Seelsorger die Friedensbotschaft der Kirche in der militärischen Organisation laut werden lassen. Sie sind gehalten – ebenso wie die Christen in Gesellschaft und Politik – immer wieder danach zu fragen, ob die militärischen Operationen, an denen die Bundeswehr sich beteiligt, tatsächlich friedensförderlich in dem in der Friedensdenkschrift vorgezeichneten Sinne sind, oder ob sie die Spirale der Gewalt anheizen.”
bild: eines der beiden logos der initiative “militärseelsorge abschaffen”, cc-by-sa initiative “militärseelsorge abschaffen”
Video-Bericht: Liberation Bus Tour 07.05.13
Video-Link : http://youtu.be/qupUg1uCsaM












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