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Offener Brief an die Teilnehmer des "Munich Young Leaders 2010"

So, 14/03/2010 - 17:01
Aktiv Rauchfrei (nicht überprüft)

Folgender offene Brief ging an die Teilnehmer des "Munich Young Leaders Round Table 2010":

Sehr geehrte/r Herr/Frau ...,

laut Presse waren Sie von der Körber-Stiftung als Teilnehmer des Munich Young Leaders Round Table 2010 eingeladen, um über die Themen Hunger, Umweltzerstörung, Ressourcenkonflikte und Terrorismus zu diskutieren. Die Körber-Stiftung unterstreicht, dass Sie zu den "zukünftigen Entscheidungsträgern" gehören, die "das Potential haben, in einigen Jahren die Geschicke der Welt mitzubestimmen".

Es sind Personen wie Sie, die die Tabakindustrie in ihrem Netzwerk braucht. Die Produkte der Zigarettenhersteller töten bei bestimmungsgemäßem Gebrauch jeden zweiten Konsumenten. Ohne Ihre tatkräftige Mithilfe hätte es die Tabakindustrie viel schwerer, ihre tödlichen Produkte gegen den weltweit wachsenden Widerstand von Medizinern, sozialen Einrichtungen sowie Kinder- und Jugendschützern in den Markt zu drangen.

Die Körber-Stiftung erzielt etwa 40 Prozent ihrer Einnahmen mit der Hauni AG, dem globalen Quasi-Monopolisten bei Zigarettenmaschinen. Somit stammt ein beachtlicher Teil des Geldes, das die Körber-Stiftung als Wohltat verteilt, aus dem Geschäft mit dem Tod.

Die sozialen und politischen Aktivitäten der Körber-Stiftung dienen in erster Linie der Schaffung eines tabakfreundlichen Klimas und der Ablenkung von den tödlichen Folgen des Tabakkonsums: jedes Jahr sterben weltweit mehr als 5 Millionen Menschen vorzeitig und oft qualvoll an der Tabakdroge.

Indem Sie der Körber-Stiftung Ihren guten Namen zur Verfügung stellen, helfen Sie ihr bei der Förderung und Vertuschung einer Tod bringenden Geschäftspolitik. Sie stellen sich selbst damit auf eine Stufe mit einer Industrie, die einer Begutachtung nach ethischen Kriterien nicht Stand hält.

Und noch ein interessantes Detail hat Ihnen die Körber-Stiftung sicherlich verschwiegen. Der Stifter Kurt Adolf Körber entwickelte und baute für die Nazis mit großem Eifer Waffen, wofür unter seiner technischen Leitung auch 3.000 Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. "Ich wollte den Krieg gewinnen, dafür habe ich gearbeitet. Tag und Nacht." Dies sagte Kurt Körber noch im Alter von 80 Jahren in einem Interview mit der Zeitung Die Welt. Um dieses Ziel zu erreichen wurde er im Kriegsjahr 1940 sogar Mitglied der NSDAP. Für all dies hat der "edle" Stifter Körberr bis zu seinem Tod nicht ein Wort des Bedauerns gefunden.

Kann es wirklich in Ihrem Interesse sein, Ihren eigenen Namen im gleichen Atemzug mit dem Namen Kurt Adolf Körber genannt zu wissen?

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